Cancellara gewinnt Paris-Roubaix und schreibt Geschichte

Fabian Cancellara hat den nervenaufreibenden Pavé-Klassiker Paris - Roubaix zum dritten Mal für sich entschieden. Der Schweizer setzte sich im Vélodrome von Roubaix im Spurt hauchdünn gegen den Belgier Sep Vanmarcke durch.

Der Triumph in der «Hölle des Nordens» mit ihren berüchtigten Pavé-Abschnitten bedeutet ein Meilenstein für Cancellara: Der 32-jährige Berner konnte Paris - Roubaix nach 2006 und 2010 zum dritten Mal gewinnen. Diesen «Hattrick» konnten vor ihm erst 7 andere Fahrer bejubeln. «Es ist fantastisch», freute sich Cancellara nach Rennschluss. «Ehrlich gesagt weiss ich gar nicht, wie ich das geschafft habe.»

Zudem bewerkstelligte er zum zweiten Mal nach 2010 das Double Flandern-Rundfahrt/Paris-Roubaix. Dieses Kunststück gelang zuvor erst Tom Boonen (2005 und 2012). Der Belgier allerdings fehlte in diesem Jahr verletzungsbedingt. Weil auch der Slowake Peter Sagan, Sieger von Gent-Wevelgem, auf den Start verzichtet hatte, galt Cancellara schon vor der 111. Austragung des Klassikers als absoluter Kronfavorit.

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Bildlegende: Erlösung Fabian Cancellara überquerte die Ziellinie in Roubaix nur knapp vor Sep Vanmarcke. Reuters

Cancellaras Aufholjagd

Dieser Rolle wurde er 23 Kilometer vor dem Ziel erstmals gerecht, indem er das Tempo verschärfte und sich gemeinsam mit dem Tschechen Zdenek Stybar auf die Verfolgung des belgischen Spitzenduos Stijn Vandenbergh und Sep Vanmarcke machte. Nachdem das Duo hatte aufschliessen können, waren es Vandenbergh (Sturz) und Stybar (Fahrfehler), die auf dem letzten Pflasterstein-Abschnitt abreissen lassen mussten.

Spannende Entscheidung

Von diesem Zeitpunkt an machten sich Cancellara und Vanmarcke gemeinsam auf den Weg in Richtung Ziel. Die Entscheidung fiel erst im Vélodrome von Roubaix: Nach taktischen Spielchen auf der Schlussrunde setzte sich Cancellara im Spurt hauchdünn durch. «Ich bin extrem enttäuscht», sagte Vanmarcke im Ziel. «Ich war so nahe dran, das tut schon weh.» Den 3. Platz sicherte sich ebenfalls im Sprint der Niederländer Niki Terpstra (+ 31 Sekunden).