Ein Tag voller Leiden – die Tort(o)ur in der Schweiz

Mit der 17. Etappe von Bern ins Wallis wird das Finale der diesjährigen Tour de France lanciert. Das happige Teilstück garantiert Spektakel für die Zuschauer und viel Leiden für die Fahrer.

Die 17. Etappe der Tour de France findet ausschliesslich in der Schweiz statt. Sie führt über 184,5 Kilometer von Bern via Zweisimmen weiter nach Aigle und Martigny und von da aus hinauf nach Finhaut-Emosson.

«Die Schweiz kann sich nicht in einem besseren Licht präsentieren», zeigt sich SRF-Rad-Experte Sven Montgomery begeistert. «Es ist auf jeden Fall die härteste Etappe der diesjährigen Tour. Vor allem die beiden letzten Aufstiege haben es in sich.»

«  Das ist der Mont Ventoux und die Alpe d'Huez zusammen. »

Sven Montgomery
SRF-Rad-Experte

Über 30 km lang ist der Finish der ersten von 4 Alpenetappen:

  • Zuerst haben die Fahrer von Martigny her kommend den Col de la Forclaz zu bewältigen. 13 km lang ist der gleichmässig verlaufende Anstieg mit 6 bis 9 Steigunsprozenten.
  • Nach einer kurzen Abfahrt haben die Fahrer an den Zielort nach Finhaut noch einmal 800 Höhenmeter auf 10,4 km vor sich. «Der Schlussaufstieg ist unglaublich hart. Das ist der Mont Ventoux und die Alpe d'Huez zusammen», meint Montgomery.
Etappenprofil Rad. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Happiges Teilstück Das Profil der 17. Etappe. www.letour.fr

Froome wird sich wehren müssen

Vor allem Leader Chris Froome wird keinen einfachen Tag haben. Angriffe auf das «Maillot jaune» sind mehr als wahrscheinlich. Sein Vorsprung auf die Verfolger beträgt derzeit 1:47 Minuten und mehr.

Der Brite kennt den Aufstieg nach Finhaut-Emosson. Vor zwei Jahren fuhren die Fahrer in der 7. Etappe der Dauphiné-Rundfahrt zur Staumauer hoch. Der Sieg damals ging an den Niederländer Lieuwe Westra, Froome kam mit einem Rückstand von 1:53 Minuten als 7. ins Ziel.

35 Grad und 100'000 Zuschauer

Die Fahrer werden aber nicht nur aufgrund des anspruchsvollen Profils einen anstrengenden Tag vor sich haben. Auch die Temperaturen fordern den Akteuren alles ab: 33 bis 35 Grad werden im Wallis erwartet.

Für Spektakel ist aber jeden Fall gesorgt. Nebst der imposanten Berg-Kulisse sollen alleine beim Schlussaufstieg 100'000 Zuschauer die Fahrer anfeuern.

Video «SRF-Experte Montgomery testet den Aufstieg nach Finhaut-Emosson» abspielen

SRF-Experte Montgomery testet den Aufstieg nach Finhaut-Emosson

4:39 min, aus sportaktuell vom 19.7.2016

Sendebezug: Laufende Berichterstattung zur tour de France