IAM zieht sich Ende Saison zurück

Schlechte Nachrichten für den Schweizer Radsport: IAM Cycling, das einzige Schweizer Team auf der World Tour, löst sich Ende Saison nach vier Jahren auf.

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Martin Elmiger zum IAM-Aus

2:36 min, aus sportaktuell vom 23.5.2016

Der Rückzug von IAM hat finanzielle Gründe. Es sei nicht gelungen, einen Co-Sponsor zu finden, der mitgeholfen hätte, das jährliche Budget von 12 Millionen Franken zu decken, sagte Teambesitzer Michel Thétaz in einer Mitteilung.

Der Westschweizer Unternehmer stemmte das Budget der Mannschaft, die seit 2015 auf World-Tour-Ebene fährt, mit seiner Firma IAM Funds praktisch alleine.

Vorstoss in die Spitze nicht möglich

Das Aus kommt nicht völlig überraschend. Bereits bei der Teampräsentation im letzten Dezember machte Thétaz klar, dass das Team nur mit (mindestens) einem weiteren Sponsor weiterbestehen könne. Der 65-jährige Patron aus dem Wallis stattete all seine Fahrer deshalb nur mit Verträgen aus, die Ende 2016 auslaufen.

Das 12-Millionen-Budget erwies sich als zu tief, um im Konzert der grossen Teams eine entscheidende Rolle zu spielen. Die World-Tour-Saison 2015 schloss die Schweizer Equipe im 17. und letzten Rang ab. Sportliche Fortschritte waren seither keine zu erkennen, namhafte Verstärkungen konnte sich Thétaz auf diese Saison nicht leisten. Auf der World Tour ist IAM in diesem Jahr noch ohne Sieg.

Zahlreiche Schweizer Profis betroffen

Mit der Auflösung von IAM Cycling verschwindet eine wichtige Plattform für die Schweizer Radprofis. In der aktuellen Saison stehen im 28-köpfigen Team neun Schweizer unter Vertrag, unter ihnen gestandene Profis wie Mathias Frank, Martin Elmiger, Oliver Zaugg, Reto Hollenstein oder Marcel Wyss.

Sendebezug: SRF zwei, sportaktuell, 21.05.2016, 22:00 Uhr