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Rad Montgomery: «Froome wird nur schwer angreifbar sein»

Die 100. Tour de France scheint nach der Demonstration von Chris Froome auf dem Mont Ventoux entschieden. Trotzdem verspricht die 3. Woche in den Alpen mit Bergankünften auf der Alpe d’Huez und bei Annecy sowie einem welligen Zeitfahren viel Spektakel.

Mit über 4 Minuten Vorsprung auf Bauke Mollema und Alberto Contador scheint Chris Froome vor der letzten Woche sicher im Leadersattel zu sitzen. Auch SRF-Radexperte Sven Montgomery sieht den Briten in der klaren Favoritenrolle: «Er wird sehr schwer angreifbar sein. Wenn man es versuchen will, dann muss es an einem Ort geschehen, wo es niemand erwartet. Wie wir das jetzt 1, 2 Mal erlebt haben», so der ehemalige Profi.

Sky-Equipe hat sich gefangen

Gerade die Etappe von Freitag mit insgesamt 5 Pässen (darunter Glandon und Madeleine gleich zum Auftakt) scheint für einen Grossangriff auf das Maillot jaune prädestiniert. Auch weil Froome im Sky-Team nur noch über 6 Helfer verfügt: «Das ist sicher ein Schwachpunkt», vermutet Montgomery. «Aber es ist schwer vorstellbar, dass so etwas wie in der 2. Pyrenäen-Etappe noch einmal geschieht, als Froome sehr früh keine Helfer mehr hatte. Am Mont Ventoux hat das am Sonntag ja schon wieder viel besser ausgesehen», sagt Montgomery.

Gewappnet für Doping-Vorwürfe

Froomes Leistungen bei den Etappensiegen in Ax 3 Domaines und auf dem Mont Ventoux haben bei vielen Fans und Beobachtern zwiespältige Gefühle hervorgerufen. Der in Afrika geborene Engländer wird mit Doping-Vorwürfen konfrontiert, seine Kletterfähigkeiten werden mit jenen von Lance Armstrong verglichen. «Wer die Tour de France gewinnen will, der muss auf solche Szenarien eingestellt sein. Und ich denke, Froome ist im Kopf stark genug», glaubt Montgomery.

Zudem habe er diese Erfahrungen ja bereits im letzten Jahr gemacht, als das gesamte Sky-Team um Froome und Bradley Wiggins unter Verdacht geriet.

Reaktion von Contador?

Definitiv einzuschätzen werden Froomes Leistungen möglicherweise erst in ein paar Jahren sein. Für den Moment muss sich die Konkurrenz auf den Kampf um die Ehrenplätze fokussieren: «Ich rechne mit Nairo Quintana und Alberto Contador auf dem Podest in Paris», sagt Montgomery.

Gerade von Contador erwartet er allerdings noch eine vehemente Reaktion: «Der hat auch einen sturen Kopf und wird keine Ruhe geben. Er wird nicht Rang 2 bis Paris verteidigen wollen. Contador wird noch etwas riskieren und einen Angriff wagen. Dabei riskiert er aber auch, eine böse Schlappe zu kassieren.»

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Verfolgen Sie die Tour de France täglich auf SRF zwei und im Livestream.

12 Kommentare

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  • Kommentar von Philipp, Zürich
    Hier sind viele Moralapostel unterwegs. In Wirtschaft und Forschung wird für bessere Kaderpositionen auch gedopt. Sei das mit Konzentrationsfördernden Medikamenten oder mit Drogen welche die Leistung steigern. Dort geht es auch um Geld und Ruhm totzdem verlangt niemand Dopingtest bevor man ins Büro gehen kann.
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    1. Antwort von Daniele, Obergösgen
      Was willst Du damit sagen? Dopt nur weiter, seit Kriminell, tötet, andere machen es ja auch?! Jeder der Moralische Bedenken hat, ab in die Tonne, mit Euch Gutgläubiigen ! Philipp, aus Zürich, solche Aussagen machen mich Krank!!
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  • Kommentar von M. Schenk, Aargau
    ....die Froom Bombe tickt, und wenn es noch Jahre bis zum Knall geht, aber es knallt :-)
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  • Kommentar von Hans Peter Buehler, Weiach
    Wer die "Auffälligkeiten" bei Froome nicht am TV gesehen hat, sollte nicht urteilen. Wie er seinem letzten Gegner aus der Spitzengruppe, Contador, auf den letzten Km enteilt ist, muss als übermenschlich gesehen werden. Das einmalige Talent, Nairo Quintana, hatte keine Chance. Diese fast unheimliche Überlegenheit kann fast nicht erklärt werden. Seit Froome 2010 zu SKY stiess, sind seine Leistungen aus dem Nichts explodiert. Ist ein Wunder geschehen, ist Froome also plötzlich übermenschlich?
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