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Flückiger nimmt erstmals Stellung zu Dopingvorwürfen
Aus Sport-Clip vom 07.09.2022.
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Nach A-Doping-Probe Flückiger meldet sich erstmals und beteuert seine Unschuld

  • Mountainbiker Mathias Flückiger bestreitet, das in seiner Dopingprobe entdeckte Anabolikum wissentlich eingenommen zu haben.
  • Der Berner beklagt eine Vorverurteilung durch die Formulierung «positives Resultat».
  • Swiss Sports Integrity und Swiss Cycling nehmen ebenfalls zum Fall Stellung.

Knapp drei Wochen hat es gedauert, bis sich Mathias Flückiger via Kommunikationsagentur erstmals zu der von ihm abgegebenen Dopingprobe äusserte, in welcher das akkreditierte Labor in Lausanne den verbotenen Stoff Zeranol nachgewiesen hat.

«Minimste Mengen»

«Ich habe Zeranol nicht wissentlich zu mir genommen», liess sich der Berner zitieren. In der A-Probe vom 5. Juni seien «minimste Mengen» von Zeranol gefunden worden. Das Labor habe selbst darauf hingewiesen, dass dies auf die Konsumation von verunreinigtem Fleisch hindeuten könnte.

Konkret sei die Menge «um ein Vielfaches tiefer (0.3 ng/mL) als der Schwellenwert für mögliche Fleischkontaminationen (5 ng/mL)» gewesen, heisst es in Flückigers Mitteilung. In dieser Menge habe es gar nicht leistungsfördernd wirken können. Der 33-Jährige verweist auch auf zwei negative Dopingproben kurz vor und nach dem Test vom 5. Juni.

Flückiger kritisiert Swiss Sport Integrity

Flückiger und sein Team sind der Ansicht, dass das Ergebnis der A-Probe als «atypisches» und nicht als «positives» Resultat hätte gewertet werden müssen.

Um Vorverurteilungen zu verhindern, habe die Welt-Doping-Behörde Wada für derartige Fälle eine Handlungsanweisung erlassen. «Dieser Handlungsanweisung ist Swiss Sport Integrity leider nicht gefolgt.»

König weist Vorwürfe zurück

Der Direktor von Swiss Sport Integrity (ehemals Antidoping Schweiz), Ernst König, wies Flückigers Vorwürfe zurück. Man habe nie von einer positiven Probe gesprochen – weder in der Korrespondenz mit Flückiger noch in der Öffentlichkeit, sagte er gegenüber SRF.

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König: «Wir haben nie von einer positiven Probe gesprochen»
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Er finde es deshalb «nicht ganz fair, wenn man uns verantwortlich macht für eine potenzielle Vorverurteilung». Er könne aber «sehr gut nachvollziehen, dass diese für den Athleten sehr unschön ist». Es sei bei laufenden Verfahren nicht üblich, dass sich Swiss Sport Integrity äussere. Einer «Gegenpartei» – in diesem Fall Swiss Cycling – stehe es frei, dies zu tun.

Auch Swiss Cycling reagiert

Am Mittwochabend reagierte Swiss Cycling auf das «Schwarzpeterspiel»: Der Verband, der sich nicht als «Gegenpartei» sieht, habe am Nachmittag des 18. Augusts – einen Tag vor dem EM-Rennen – von Swiss Sports Integrity den Auftrag erhalten, die provisorische Sperre gegen Flückiger durchzusetzen. Swiss Cycling machte diese noch am selben Abend publik.

König befinde sich mit seiner Aussage, wonach die Sperre nicht hätte kommuniziert werden müssen, «auf Abwegen», schrieb Swiss Cycling. Man hätte die Frage, warum Mathias Flückiger nicht am Start stehe, «mit Unwahrheiten beantworten müssen. Das kommt nicht infrage». Swiss Cycling setze sich für fairen Sport und Transparenz ein und verbreite keine «Fake News».

Radio SRF 3, 07.09.2022, Bulletin von 15:50 Uhr ; 

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