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Reusser: «Die Freude wird wohl nicht mehr kommen»
Aus Sport-Clip vom 20.09.2021.
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Nach WM-Silber im Zeitfahren Reusser: «Ich bin für etwas anderes hierher gekommen»

Über ihr WM-Silber im Zeitfahren konnte sich die Bernerin nicht wirklich freuen – und glaubt auch nicht, dass das noch kommt.

Die Medaillensammlung von Marlen Reusser an internationalen Titelkämpfen wächst und wächst: Neu umfasst sie neben Olympia-Silber, EM-Gold und EM-Bronze eine weitere WM-Silbermedaille. Eine solche hatte die Zeitfahr-Spezialistin, die erst 2017 eine Profilizenz löste, bereits vor einem Jahr in Imola gewonnen.

Im Interview nach dem WM-Zeitfahren in Flandern dominierte bei Reusser aber vor allem die Enttäuschung. Daraus machte sie kein Geheimnis. «Ich bin für etwas anderes hierher gekommen. Ich bin ziemlich fest enttäuscht», gab die Bernerin unumwunden zu.

Die Freude über Silber wird wohl nicht mehr kommen. Aber ich glaube, dass mein Stündchen noch kommen wird.
Autor: Marlen Reusser

Reusser hatte im Vorfeld keinen Hehl daraus gemacht, dass sie auf dem topfebenen Parcours in Flandern den WM-Titel will. Anders als in Tokio, als die Schweizerin nach Rennhälfte noch aufdrehen konnte und sich so noch auf die Medaillenränge vorarbeiten konnte, gelang ihr dies auf dem Weg nach Brügge nicht.

Beeindruckende Saison

Statt ihren kleinen Vorsprung auf die neue Weltmeisterin Ellen van Dijk zu verteidigen, büsste Reusser auf dem letzten Abschnitt rund 13 Sekunden ein. Weil sich ihr Visier am Helm fast komplett beschlagen habe und sie die zweite Streckenhälfte «blind gefahren» sei, sei es etwas stressig gewesen. «Der Grund, warum ich nicht gewonnen habe, waren aber die Beine», stellte sie klar.

Marlen Reusser fiel das Lachen an der Siegerehrung schwer.
Legende: Holte Silber, wollte aber Gold Marlen Reusser fiel das Lachen an der Siegerehrung schwer. Keystone

Dass diese am Tag ihres 30. Geburtstags vielleicht nicht ganz so gut waren, um ganz nach vorne zu fahren, mag für die Schweizerin eine grosse Enttäuschung sein. Eine dritte Medaille an grossen Titelkämpfen alleine in diesem Jahr ist und bleibt dennoch eine beeindruckende Ausbeute. Hinzu kommt, dass Reusser in dieser Saison auch bewiesen hat, dass sie auf der World Tour ganz vorne mitmischen kann.

Dass die Freude über die Silbermedaille – auch mit etwas Abstand betrachtet – noch kommen wird, glaubt Reusser nicht. «Aber ich glaube, dass mein Stündchen noch kommt.»

SRF zwei, sportlive, 20.09.2021, 14:40 Uhr;

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18 Kommentare

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  • Kommentar von Franziska Iseli  (Franziska)
    Eigentlich ist es "unschweizerisch", über Silber enttäuscht zu sein. Ich finde es aber grossartig, dass sie mehr wollte.
  • Kommentar von Stefan Bosshardt  (ste.reo.bee)
    Alleine für ihre authentische, erfrischende Art vor dem Mikrofon hat Marlen Reusser Gold verdient. Eine echte Championne.
  • Kommentar von Alex Borer  (abo2018)
    … und wieder die Haare und die Sicht! Und die Infos aus dem Begleitfahrzeug … Vielleicht mal die einfachen Sachen professionell angehen.
    1. Antwort von Urs Sahli  (sahliu)
      Ich nehme an Sie sind ein Top-Profi Trainer, der weiss, wie man hier vorgehen sollte.. Warum hat man Sie noch nicht engagiert??? Scheinbar wissen Sie, wie man hier vorgehen sollte. Zum Glück gibt es da noch so Leute wie Sie. Aber ich hoffe Sie werden Frau Reusser nächstes Jahr wohl nicht betreuen.
    2. Antwort von Heinz Jost  (bikeforfun)
      Wenn die Athletin im Ziel das Gefühl hat gewonnen zu haben, muss beim Coaching vom Begleitfahrzeug schon was nicht optimal gewesen sein.
    3. Antwort von Christoph Oswald  (Oswald)
      In einem Punkt muss ich Ihnen Recht geben: M. Reusser hat im Interwiev gesagt, sie habe bis ins Ziel geglaubt, sie sei in Front. Ich habe mich auch gefragt, ob die Infos per Funk aus dem Begleitfahrzeug optimal waren. Aber trotz allem: Herzliche Gratulation zu einer herausragenden Leistung!
    4. Antwort von Thomas Bischofberger  (Thomas B.)
      @Urs Sahli (sahliu)
      Ich bin kein Top Profi Trainer aber weiss, dass beim Zeitfahren oft dem Fahrer falsche Zeiten angegeben werden damit er noch mehr aus sich rausholen kann und nicht demotiviert ist. In diesem Fall ist es um 10 Sekunden schief gelaufen. Hätte man ihr 3 Kilometer vor dem Ziel mitgeteilt, dass es "nur" noch um Silber geht wären es 30 oder 40 Sekunden Rückstand geworden und Bronze oder Leder.....