Nach der Premiere im Vorjahr nimmt das Schweizer Team Tudor zum zweiten Mal an der Tour de France Teil. Ambitionen auf das Gesamtklassement hat die Equipe von Mitbesitzer Fabian Cancellara nicht. Das erklärte Ziel ist der erste Etappensieg an einer Grand Tour.
Angeführt wird das achtköpfige Team von Julian Alaphilippe, dem Weltmeister von 2020 und 2021. Der 34-jährige Franzose soll seine Chance als Ausreisser-Spezialist auf Etappen mit klassikerähnlichem Profil erhalten. Das gilt auch für Marc Hirschi, der seine fünfte Frankreich-Rundfahrt bestreitet.
Der Berner gewann 2020 als bislang letzter Schweizer eine Tour-Etappe und feierte damit seinen internationalen Durchbruch. Seither war seine Karriere jedoch immer wieder von Rückschlägen geprägt, zuletzt von einem im April erlittenen Schlüsselbeinbruch.
- Hirschi: «Die Tour de France ist neben der Tour de Suisse das Rennen, welches ich als kleiner Junge verfolgt habe und welches mich zum Velofahren gebracht hat. [...] Die Form ist gut. Wenn man mit etwas Glück in die Spitzengruppe kommt, ist vieles möglich.»
Hirschis Teamkollege Yannis Voisard gibt sein Debüt an der Tour de France. Der Jurassier soll zusammen mit dem Australier Michael Storer sein Glück in den Bergen versuchen.
- Voisard: «Es ist sehr speziell für mich, das ist ein grosser Schritt in meiner Karriere. Für mich geht es darum, zu entdecken und zu lernen.»
Schmid will Verpasstes nachholen
Gemessen an den bisherigen Saisonresultaten ist Mauro Schmid (Jayco AlUla) der aussichtsreichste Schweizer Tour-Starter. Bei seinem Debüt im Vorjahr hätte es beinahe mit einem Tagessieg geklappt. Im Sprint musste sich der Zürcher aber seinem norwegischen Fluchtgefährten Jonas Abrahamsen geschlagen geben.
- Schmid: «Das Schweizer Meistertrikot nicht mehr zu haben, hat auch gewisse Vorteile. Vielleicht kann ich so etwas unentdeckt in eine Gruppe reinkommen. Unser Team ist auf Etappen eingestellt, wir haben keinen Fahrer, der auf das Gesamtklassement fährt. Es gibt schon in der ersten Woche einige gute Möglichkeiten. Zuerst freue ich mich auf das Mannschaftszeitfahren. Das ist für unser Team immer etwas Grosses.»
Eine ganz andere Aufgabe als Schmid hat Silvan Dillier. Der Aargauer bestreitet seine siebte Tour de France und zählt zu den wichtigsten Helfern im Team Alpecin-Premier Tech. Seine Rolle besteht darin, Fluchtgruppen möglichst lange unter Kontrolle zu halten, damit seine Captains Mathieu van der Poel und Jasper Philipsen ihre Chancen im Finale nutzen können.
- Dillier: «Auf Etappen, die auf Mathieu oder Jasper zugeschnitten sind, wird man mich und das Team vorne sehen. Wir haben bisher immer Verantwortung übernommen, und ich denke nicht, dass sich dies ändern wird.»