Die Tour de France startet am Samstag in Barcelona. Das ist an sich nichts Spezielles: Bereits zum 27. Mal findet der «Grand Départ» ausserhalb von Frankreich statt. Eröffnet wird die Frankreich-Rundfahrt diesmal aber mit einem speziellen Mannschaftszeitfahren.
Alle Fahrer eines Teams nehmen die 19,7 km zusammen in Angriff, nur die Zeit des schnellsten entscheidet aber über den Etappensieg unter den Equipen. Für die Gesamtwertung zählt jedoch die persönliche Zeit eines jeden Fahrers. Es sind also bereits empfindliche Zeitabstände möglich, zumal es am Ende den Montjuic hinaufgeht.
Weitere Facts zur diesjährigen Tour:
- Insgesamt müssen die Fahrer 3333 km und fast 55'000 Höhenmeter bewältigen. Sieben Etappen enden mit einer Bergankunft.
- Die Tour macht einmal mehr Halt in allen fünf Gebirgen Frankreichs: In den Pyrenäen, die ungewöhnlich früh auf dem Programm stehen, im Zentralmassiv, in den Vogesen, im Jura und schliesslich auch in den Alpen.
- Die 19. Etappe führt die Fahrer erstmals seit 2022 wieder hinauf nach Alpe d'Huez. Es ist ein kleiner Vorgeschmack auf den nächsten Tag.
- Die Entscheidung um den Tour-Sieg dürfte auf der 20. Etappe fallen. Eine epische Königsetappe mit dem Glandon, dem Col la Croix de Fer, dem Télégraphe, dem 2642 m hohen Galibier, dem Col Sarenne und schliesslich einer erneuten Bergankunft auf der Alpe d'Huez – diesmal von der selten befahrenen Seite. Härter geht es kaum.
Welche Schweizer sind dabei?
Das Schweizer Team Tudor hat für die Tour Marc Hirschi und Yannis Voisard aufgeboten. Daneben sind mit Mauro Schmid (Jayco AlUla) und Silvan Dillier (Alpecin-Premier Tech) zwei weitere Schweizer dabei. Für Dillier ist es bereits die siebte Tour-Teilnahme. Der Aargauer ist eines der wichtigsten Zugpferde, um Mathieu van der Poel und Jasper Philipsen zu Etappensiegen zu verhelfen. Stefan Bissegger wurde von Decathlon CMA CGM hingegen nicht berücksichtigt.
Wer kann Pogacars Rekordsieg verhindern?
Über die Favoritenrolle muss man sich im Radsport seit geraumer Zeit nicht allzu viele Gedanken machen. Steht Tadej Pogacar (UAE Team Emirates-XRG) am Start, gehört diese zweifelsohne ihm. Mit einem fünften Tour-Sieg könnte der Slowene zum Legenden-Quartett Jacques Anquetil, Eddy Merckx, Bernard Hinault und Miguel Indurain aufschliessen.
Sein grösster Konkurrent ist gewiss Jonas Vingegaard (Visma-Lease a Bike). Der Däne hat Pogacar 2022 und 2023 bereits in die Schranken gewiesen und: Er reist in Topform zur Tour. Beim Giro-Erfolg im Frühsommer war Vingegaard so dominant, dass er mit Blick auf den Saisonhöhepunkt auch ein paar Körner sparen konnte.
Und dann ist da noch das französische Wunderkind Paul Seixas, der das Team Decathlon CMA CGM trotz seines schweren Sturzes bei der Tour Auvergne Rhône-Alpes vor gut zwei Wochen mit seinen 19 Jahren als Kapitän anführt. Seixas war im Frühjahr mit bemerkenswerten Auftritten bei Eintagesrennen und kürzeren Rundfahrten in die Weltspitze vorgedrungen. Experten trauen ihm aufgrund seiner bemerkenswerten Auftritte im Frühjahr zu, bei der Tour zumindest zeitweise mit Pogacar und Vingegaard mithalten zu können. Er ist der jüngste Tour-Starter seit 1937.