Schnelle Deutsche, eine künstliche Perle und der Faktor Wind

Den finalen Höhepunkt der Rad-WM in Doha bildet das Strassenrennen der Männer. Dort dürfte der Sieg über die Sprinter führen.

Äusserst flach ist sie, die Strecke, die die Fahrer am Strassenrennen in Doha bezwingen müssen. Aufstiege sucht man vergeblich auf dem Kurs, der über die künstliche Insel «The Pearl» führt. Es deutet alles auf einen Massensprint hin.

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TV-Hinweis

Verfolgen Sie das Strassenrennen der Männer am Sonntag ab 13:00 Uhr live auf SRF zwei oder online mit Liveticker und Stream.

Gegen den Wind

Die Topographie wird somit keine Rolle in der Entscheidung um Gold, Silber und Bronze spielen. Umso mehr könnte hingegen der Wind das Klassement durcheinander wirbeln. Es sei allgemein bekannt, dass die Böen in Katar durchaus eine entscheidende Variable darstellen könnten, sagt Danilo Hondo, der den in Doha abwesenden Schweizer Nationaltrainer Luca Guercilena vertritt.

Schweizer Aussenseiter...

Zu den grossen Favoriten zählen die Schweizer nicht. «Wir haben keinen Sprinter am Start und zählen nur zu den Aussenseitern», so Hondo. Er rechnet mit einem Massensprint, in welchen um die 50 Fahrer involviert sein werden. Vom Schweizer Team sieht er die besten Chancen bei Silvan Dillier, da dieser über eine «gewisse Endschnelligkeit» verfüge.

«  Das Herz in die Hand nehmen und auf gut Glück attackieren. »

Danilo Hondo

Ganz ohne Chancen sieht Hondo sein Team dennoch nicht: «Man weiss nie. Manchmal muss man das Herz in die Hand nehmen und auf gut Glück attackieren. Die Schweizer müssen sich im richtigen Moment aktiv präsentieren», so der Deutsche. Wichtig sei zudem, die richtige Gruppe zu erwischen. Dies traut er primär den Routiniers Martin Elmiger, Gregory Rast und Michael Schär zu.

Hondo: «Wir hoffen auf ein offensives Rennen»

1:37 min, vom 15.10.2016

... und deutsche Favoriten

Die deutschen Fahrer dürften ein Wörtchen mitzureden haben, wenn es um die Medaillenränge geht. Es wäre das erste WM-Gold seit 50 Jahren. Da sowohl André Greipel als auch Marcel Kittel hervorragende Sprinter sind, ergibt sich im Team der Deutschen ein Luxusproblem: Wer erhält die Joker-, wer die Leaderrolle? Kittel meint: «Wer für wen fährt, wird sich während des Rennens entscheiden.»

Die üblichen Verdächtigen

Auch die anderen genannten Namen im Favoritenkreis sind keine unbekannten: Der Brite Mark Cavendish gehört fast schon traditionell zu den Sieganwärtern, genau so der Slowake Peter Sagan. Zudem stellen sowohl Frankreich mit Nacer Bouhanni und Arnaud Démare als auch Norwegen mit Alexander Kristoff und Edvald Boasson Hagen je zwei sprintstarke Fahrer.

Video «Gregory Rast zu den fehlenden Fans» abspielen

Rast: «Die Fans fehlen»

0:54 min, vom 15.10.2016

Sendebezug: Laufende Berichterstattung Rad-WM in Doha