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Bundesgericht gibt Beschwerde Estermanns teilweise Recht
Aus Sportflash vom 10.03.2022.
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Tierquälerei in 3 Fällen Bundesgericht: Fall Estermann muss neu beurteilt werden

Der vom Luzerner Kantonsgericht wegen Tierquälerei verurteilte Springreiter Paul Estermann hat vor dem Bundesgericht einen Teilsieg errungen. Demnach hat die Staatsanwaltschaft das mutmassliche Auspeitschen von «Lord Pepsi» im Strafbefehl zu wenig präzis dargestellt.

Das Bundesgericht hat eine Beschwerde von Paul Estermann teilweise gutgeheissen und das Urteil des Kantonsgerichts aufgehoben. Dieses muss somit den Fall neu beurteilen. Es hatte im Januar 2021 den international erfolgreichen Springreiter in zweiter Instanz wegen vorsätzlicher Tierquälerei in drei Fällen schuldig gesprochen und zu einer bedingten Geldstrafe von 105 Tagessätzen verurteilt.

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Estermann-Fall wird neu aufgerollt
04:14 min
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Die Schuldsprüche betrafen zwei Misshandlungen der Stute «Castlefield Eclipse» im Jahr 2016 und eine Züchtigung von «Lord Pepsi» 2015. Im Gegensatz zur ersten Instanz sprach das Kantonsgericht den Springreiter vom Vorwurf frei, den Wallach zwei weitere Male tierquälerisch behandelt zu haben. Diese Vorfälle seien inhaltlich und zeitlich nicht genügend erstellt, erklärte es.

Pfleger nannte Details

Die Staatsanwaltschaft hatte in ihrem Strafbefehl drei mutmassliche Züchtigungen von «Lord Pepsi» nur allgemein umschrieben und sie auf den «Zeitraum von ca. April 2014 bis Oktober 2017» festgelegt. Weil ein Pferdepfleger den dritten Vorfall aber genau schildern konnte, erachtete das Kantonsgericht zumindest diesen als erwiesen genug, um den Springreiter verurteilen zu können.

Hier legte nun das Bundesgericht sein Veto ein. Aus dem Strafbefehl gehe nicht genau hervor, welchen konkreten Sachverhalts Estermann bezüglich «Lord Pepsi» beschuldigt werde. Es sei in dem Strafbefehl unklar geblieben, ob der vom Pferdepfleger geschilderte Vorfall von 2015 zur Anklage erhoben worden sei.

Lücke im Strafbefehl

Die vom Pfleger genannten Details zur Tatzeit (Oktober 2015), zum Tatort (Reithalle) und zur Tatausführung (sechs Schläge gegen das an die Wand gestellte Pferd) hätten in den Strafbefehl Eingang finden müssen, heisst es im Urteil des Bundesgerichts. Es genüge nicht, dass sich der Sachverhalt aus den Akten ergebe.

Die anderen Beschwerdepunkte Estermanns wies das Bundesgericht ab. Der Springreiter muss 2000 Franken Gerichtskosten übernehmen, er erhält vom Kanton Luzern aber auch eine Entschädigung von 1000 Franken.

Vor Kantonsgericht Tierquälerei bestritten

Estermann führt im Kanton Luzern ein Reitsportzentrum. Mit «Castlefield Eclipse» nahm er 2012 an den Olympischen Spielen teil. Das Pferd trat auch an anderen grossen Wettkämpfen, etwa in Aachen an. Bei der Befragung vor dem Kantonsgericht hatte der Springreiter den Vorwurf der Tierquälerei zurückgewiesen. Er setze die Peitsche nicht ein, um den Tieren Schmerzen zuzufügen, sondern um ihre Leistung zu optimieren.

Regional-Journal Zentralschweiz, 10.3.2022, 12 Uhr;

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9 Kommentare

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  • Kommentar von Pia Müller  (PiMu)
    Die genannte Strafandrohung ist ja wieder lächerlich - wie immer, wenn es um Tierquälerei geht.
    Estermann müsste mind. 5 J. Starverbot oder noch besser Pferdehaltungs-Verbot bekommen. Zu Hause wird er bestimmt noch schlimmer mit den Pferden umgehen !!
    Wir haben genügend Springreiter, die einen hervorragenden Umgang mit ihren Pferden leisten wie z.B.St. Guerdat und Martin Fuchs.
  • Kommentar von Roland Wick  (roli75)
    Ich würde zu gerne auch mal mit Herrn Estermann sprechen ... mit der Peitsche ... Nein, nicht um ihn zu quälen ... um seine Leistung zu optimieren. Ich sehe da gewisses Potential.
  • Kommentar von Roland Schneider  (looser)
    Der Pferdesport passt schon lange nicht mehr in unsere Zeit. Weg damit!