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Schwingen Gestellter Schlussgang: Kämpf triumphiert auf dem Brünig

Bernhard Kämpf hat die 122. Austragung des Bergkranzfestes auf dem Brünig gewonnen. Der 27-jährige Berner Oberländer profitierte von einem gestellten Schlussgang zwischen Matthias Glarner und Benji von Ah.

Legende: Video Kämpf schwingt obenauf abspielen. Laufzeit 04:45 Minuten.
Aus sportpanorama vom 26.07.2015.

14 Minuten musste Bernhard Kämpf bangen, ehe sein Triumph auf dem Brünig feststand. Der Berner Oberländer hatte sich im 6. und letzten Gang mit einem Sieg über Christian Schuler und der Note 10 an die Spitze gesetzt. Weil Matthias Glarner und Benji von Ah den Schlussgang stellten, ging Kämpf als grosser Profiteur des 122. Brünigschwingets hervor.

Der grösste Sieg meiner Karriere.
Autor: Bernhard KämpfBrünig-Sieger 2015
Legende: Video Das Siegerinterview abspielen. Laufzeit 04:02 Minuten.
Aus sportpanorama vom 26.07.2015.

«Das ist der grösste Sieg meiner Karriere», freute sich Kämpf, der zum 1. Mal auf dem Brünig gewinnen konnte. «Ich hätte nie damit gerechnet. Der Start ist mir nicht gut gelungen. Aber zum Glück war ich im 6. Gang wieder in Topform.»

Mit dem 27-Jährigen, der zuletzt auf dem Weissenstein ob Solothurn den 3. Rang belegt hatte, triumphierte zum 5. Mal in Folge ein Berner.

Von Ah mit Vorteilen im Schlussgang

Der Schlussgang auf dem Brünig – der die Kantone Bern und Obwalden miteinander verbindet – war ein Duell zweier Lokalmatadoren. Auf der einen Seite Glarner vom Schwingklub Meiringen am Fusse des Brünigs. Auf der anderen Seite der Obwaldner von Ah, der den Grossteil des Publikums im Rücken hatte.

Von Ah übernahm im Schlussgang die Initiative und wagte mehrere Angriffe, die Glarner aber allesamt abwehren konnte. Schliesslich war es Glarner, der von Ah auf den Rücken legen konnte – allerdings ausserhalb des Sägemehls.

Von Ah schlug Glarner im 4. Gang

Die beiden Schwinger waren sich schon im 4. Gang gegenübergestanden. Mit dem besseren Ende für von Ah, der die Runde für sich entschied. Im Schlussgang konnte er seinen Sieg aber nicht wiederholen. «Glarner war natürlich besser eingestellt. Gegen einen anderen Gegner wäre es wohl einfacher gewesen», resümierte von Ah.

Von Ah war heute der beste Schwinger auf dem Platz.
Autor: Matthias Glarner

Bei Glarner, der auch seinen 3. Schlussgang auf dem Brünig nicht gewinnen konnte, machte sich grosse Enttäuschung breit. «Es war zwar mein 11. Kranz hier, aber ich will mehr. Es ist ein Bubentraum, hier zu gewinnen. Ich weiss nicht, was ich noch machen muss», sagte der 29-Jährige und meinte: «Dann komme ich halt nächstes Jahr wieder.» Glarner zeigte sich aber als fairer Verlierer und zollte vor allem seinem Schlussgang-Gegner grossen Respekt: «Von Ah war heute der beste Schwinger auf dem Platz.»

Legende: Video Von Ah legt Wenger auf den Rücken abspielen. Laufzeit 01:05 Minuten.
Aus sportlive vom 26.07.2015.

Wenger geschlagen

Von Ah hatte schon im 4. Gang für Aufsehen gesorgt. Der Obwaldner legte Vorjahressieger Kilian Wenger im Nachdrücken aufs Kreuz und erhielt dafür die Note 9,75. Es war von Ahs erster Sieg über den Schwingerkönig von 2010 überhaupt. Der Berner seinerseits musste sich mit dem geteilten 5. Rang zufrieden geben.

Sendebezug: SRF zwei, «sportlive», 26.07.2015, 07:50 Uhr

9 Kommentare

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  • Kommentar von Walter Schlunegger, Alpine California
    Bin auslandschweitzer liebe das schwingen ich wurde aber die regeln andern die starksten schwinger solten nicht schon am anfang aufeinander treffen und die bewertung sollte anders sein
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  • Kommentar von Pius Metzger, Stauffenwil
    Bravo SRF!!! Wäre toll wenn sie das Berner Kantonale oder das Schwägalp Schwingfest auch noch übertragen!! Dann kann Heinz Bünzli aus Flaach noch ein oder zwei Nachmittage Spargeln stechen. Er hätte denn so keine Zeit mehr zum so dumme Kommentare ins Internet zu schreiben!!!
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  • Kommentar von Beinz Hünzli, Flaach
    Genau so wie nicht jeder Flaacher Spargeln sticht (wird hauptsächlich von Ausländern für uns übernommen), ist nicht jeder Schweizer begeistert vom herumwerfen gemästeter und verklärter Urschweizern. Die einen mögen Synchronschwimmen, die anderen Schwingen. mir ist beides zu fade.
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    1. Antwort von B. Küng, Biel
      Fade ist noch eine höfliche Bezeichnung für diesen "Sport". Die Netiquette würde die zutreffende Bezeichnung wohl nicht zulassen. Es ist klar, dass SRF im Rahmen seines Hurrapatrioten-Programms stundenlang über dieses weltbewegende Ereignis berichten musste.
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    2. Antwort von jean passant, thun
      Das hat weder mit Hurrapatriotismus zu tun, noch ist Schwingen, sofern man eine Ahnung von diesem Sport hat, langweilig. Viele Länder kennen eine Form von Nationalringersport, u.a. die Türkei, Indien, Japan, Island etc. Selbstverständlich ist Schwingen nicht globaliserter Funsport oder eine genderneutrale Multikulti-Schmuseveranstaltung. Ich fand die Übertragung toll und habe an und ab über den ganzen Tag Kämpfe angesehen. Danke an SRF für die wunderbaren Bilder und die sachkundigen Kommentare.
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    3. Antwort von Marcel Berg, Oberland
      Tja, ob's Herrn Bünzli zu fad ist und B. Küng wegen Netiquette keine noch despektierlicheren Äusserungen schreiben kann, ist der "Schwingerszene" wohl so ziemlich egal. Ob's nun ein "Hype" ist oder dieser irgendwann auch wieder abflaut ist ebenso unwichtig. Vielleicht würde es aber einigen Sportarten, Sportlern und Sportlerinnen nicht schaden, sich eine Scheibe vom "Geist" des Schwingens, von der Fairness und vom Umgang der Aktiven und den ZuschauerInnen untereinander, abzuschneiden.
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