Hanspeter Rufer: «Ich traue Orlik den Sieg zu»

2010 und 2013 sicherte sich ein Berner den Titel des Schwingerkönigs. Geht es nach Hanspeter Rufer, sind am Eidgenössischen in Estavayer die Nordostschweizer wieder einmal an der Reihe. Im Interview spricht der NOSV-Präsident über seine Erwartungen.

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Bildlegende: Trotz Berner Übermacht guter Dinge NOSV-Präsident Hanspeter Rufer EQ Images

Hanspeter Rufer, 2007 gab es mit Jörg Abderhalden den letzten Schwingerkönig aus der Nordostschweiz. Zuletzt dominierten 2 Mal die Berner. Wird sich daran heuer etwas ändern?

Rufer: Ich hoffe es natürlich. Es wäre sehr schön, wenn einer unserer Athleten am Sonntag im Schlussgang stehen würde. Wir dürfen aber nicht vergessen, dass wir seit 1995 im NOSV ein bisschen verwöhnt waren. Bis 2007 hat immer einer unserer Schwinger dem Eidgenössischen den Stempel aufgedrückt. In den letzten Jahren waren es die Berner und das haben sie sich auch verdient.

Armon Orlik zeigte eine starke Saison. Trauen Sie dem 21-jährigen Bündner den Königstitel zu?

Ich traue ihm das absolut zu. Er ist in sehr guter körperlicher Verfassung und hat keinerlei Blessuren. Zudem ist Armon für sein Alter schon sehr abgeklärt, und er kann den Wettkampf lesen. Was ihn aber vor allem auszeichnet, ist seine grosse Geduld. Er agiert nie überstürzt, sondern weiss bis zuletzt sehr genau, was er macht. Aber natürlich braucht es an einem Eidgenössischen auch ein bisschen Wettkampfglück. Sehr wichtig wird sein, wie er sich im 1. Gang gegen Kilian Wenger schlägt.

So gewann Orlik das Nordostschweizerische

1:07 min, vom 26.6.2016

Sie haben die Einteilung des 1. Ganges angesprochen. Wie zufrieden sind Sie mit den Auftakt-Paarungen?

Man kann über diese Spitzenpaarungen natürlich immer diskutieren. Aber ich finde, dass der Eidgenössische Technische Leiter einen guten Job gemacht hat. Die Einteilung ist auf jeden Fall fair. Einzig die Paarung Christian Stucki gegen Philipp Laimbacher finde ich aus Sicht des Innerschweizers Laimbacher etwas hart. Aber am Schluss muss man gegen den schwingen, den man zugeteilt erhält.

Von welchen Schwingern erwarten Sie am meisten?

Ich hoffe natürlich sehr auf die Jungen, nicht nur auf diejenigen aus der Nordostschweiz. Natürlich schlägt mein Herz für «meine» Schwinger, aber ich mag es jedem gönnen, wenn er erfolgreich ist. Sehr schade finde ich, dass Joel Wicki nicht hier sein kann (der 19-jährige Innerschweizer fällt mit einem Unterschenkelbruch aus, Anm. d. Red.). Er hätte das Fest sicher zusätzlich belebt. Ich wünsche ihm deshalb auf diesem Weg gute Besserung.

Wie viele Kränze sind das Ziel für den NOSV?

Diese Prognose zu machen, ist ziemlich schwierig. Ich habe mich nicht auf eine zweistellige Zahl festgelegt. Aber ich hoffe sehr, dass wir 9 Kränze nach Hause nehmen können.

Wer steht am Sonntag im Schlussgang?

Es wäre natürlich schön, wenn es ein Nordostschweizer wäre, ganz egal welcher. Vor allem hoffe ich aber, dass es 2 Schwinger aus verschiedenen Teilverbänden sein werden. Das wäre für mich das Schönste. Natürlich habe ich es in Burgdorf 2013 den Bernern Matthias Sempach und Christian Stucki gegönnt. Aber es ist für alle attraktiver, wenn es nicht 2 aus dem gleichen Verband sind.

Sendebezug: Laufende Berichterstattung zum Eidgenössischen