Nach dem Eidgenössischen Schwing- und Älplerfest in Mollis kam es beim Innerschweizer Schwingverband (ISV) zum grossen Aderlass. Gleich sieben Eidgenossen hängten die Zwilchhosen an den Nagel – darunter die zwei Zugpferde Pirmin Reichmuth und Joel Wicki.
Der ISV steht deshalb vor einem kniffligen Sommer. Die «interessante Situation», wie es Stefan Muff, der Technische Leiter, nennt, könne aber auch eine Chance sein. Mit den Topshots wie Reichmuth und Wicki sei der Siegesdruck für die Innerschweizer vor jedem Wettkampf immens gewesen. «Nun müssen wir nicht mehr – wir dürfen. Wir dürfen gewinnen, wir dürfen mitgestalten. Das ist sehr positiv für die Entwicklung unserer jungen Schwinger.»
Tritt Bissig in die grossen Fussstapfen?
Einer dieser jungen Schwinger, von denen man sich beim ISV in Zukunft viel erhofft, ist Lukas Bissig. Der Attinghauser, der am 30. April seinen 23. Geburtstag feiert, ist neu zum Eidgenossen aufgestiegen und konnte im Frühjahr drei Rangschwingete für sich entscheiden.
Viele Augen dürften beim Beginn der Kranzfestsaison am kommenden Wochenende mit dem Ob- und Nidwaldner Kantonalschwingfest in Hergiswil auf Bissig gerichtet sein – erst recht nach dem Abgang von Reichmuth und Wicki. Dessen ist sich der Fleischfachmann bewusst: «Das waren zwei sichere Werte bei uns. Man konnte sich dahinter verstecken. Jetzt müssen wir die Leistung schon vom ersten Gang bringen.»
Schurtenberger meldet Ambitionen an
Diese neue Ausgangslage, die mit einer deutlichen Druckzunahme einhergeht, löst bei Bissig Vorfreude aus, auch wenn er betont, dass die Last nicht nur auf seinen Schultern ruht: «Wir haben noch andere Schwinger im Team. Nun geht es darum, als Verband zu performen.»
Damit dürfte Bissig auch Sven Schurtenberger meinen. Der 35-Jährige gehört zusammen mit Marcel Bieri zu den Routiniers beim ISV – und er strotzt vor Motivation: «Jetzt habe ich einmal die Chance, vorne reinzuschwingen. Denn ich hatte manche Schlussgänge mit diesen beiden (Reichmuth und Wicki, d.Red.). Jetzt habe ich in dieser Saison das Ziel, in den Schlussgang zu kommen – und einen Kranzfestsieg zu holen.»