Seit ihrem Wechsel zu den Wizards Bern Burgdorf hat Nadia Cattaneo schon so einiges erlebt. In der zehnten Saison kommt es für die 37-Jährige dennoch zu einer Premiere. Zum ersten Mal in ihrer Karriere kämpft sie im Superfinal um den Meistertitel im Schweizer Unihockey. Auch für ihren Klub ist die Finalteilnahme ein Novum.
«Ich war noch nie in einem Superfinal, probiere aber als Vorbild voranzugehen», so die Bernerin. Es sei schon eine grosse Sache. «Ich muss schauen, dass auch ich ruhig bleibe.»
Mit den Kloten-Dietlikon Jets als Gegner steht den Bernerinnen in der Freiburger BCF-Arena die womöglich schwerstmögliche Prüfung bevor. Seit der Einführung des Superfinals in der Saison 2014/15 standen die Zürcherinnen immer im Final. Vor acht Jahren (!) gingen sie dabei das letzte Mal als Verliererinnen vom Platz.
Leaderin und Kapitänin
Cattaneo nimmt in ihrem Team als Kapitänin eine Leaderrolle ein. «Ich bin da, um Ruhe reinzubringen und für Ordnung zu sorgen», so die Teamseniorin. Die Jungen hätten viel Flausen im Kopf, bringen aber auch viel Kreativität mit. Sie seien taktisch noch nicht festgefahren, sondern sehr mutig.
Für langfristigen Erfolg brauche es natürlich auch Struktur. «Da komme ich ins Spiel.» Zumindest in dieser Saison klappte das offensichtlich ziemlich gut. Die Wizards entschieden die Qualifikation für sich und hielten sich auch im Viertelfinal (4:0 gegen Winterthur) als auch im Halbfinal (4:2 gegen Skorpion Emmental Zollbrück) schadlos.
Trainer als Schlüssel?
Vor allem die Konstanz hat Cattaneo in dieser Spielzeit überzeugt. «Wir sind nie ganz zufrieden und das spornt uns an.» Angesprochen auf die Erfolgsaussichten ist sie vorsichtig optimistisch. Aufgrund der Erfahrung und der Vergangenheit seien die Jets zu favorisieren. «Ich finde aber, wir sind das bessere Team.» Ober der erstmalige Finaleinzug beflügelnd oder hemmend wirkt, kann sie noch nicht abschätzen. «Das werden wir erst am Samstag sehen.»
Ein Ass im Ärmel haben die Wizards auch an der Seitenlinie. Piranha Chur war 2018 das letzte Team, das die Jets im Superfinal bodigen konnte. Der damalige Trainer, Mirco Torri, coacht heuer die Bernerinnen.