Heyer: «Uns steht eine gute Zukunft bevor»

Sascha Heyer ist letzte Saison als einer der arrivierten Schweizer Beachvolleyball-Spitzenspieler zurückgetreten. Nun ist er als Zuschauer beim Gstaader Turnier und amtet am Wochenende als SRF-Co-Kommentator. Im Interview spricht er über Job, Nachwuchs-Talente und Gstaad.

Der Ex-Beachvolley-Profi amtet in Gstaad als Co-Kommentator. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Sascha Heyer Der Ex-Beachvolley-Profi amtet in Gstaad als Co-Kommentator. Keystone

Zusatzinhalt überspringen

Zur Person

Zur Person

Sascha Heyer (40) feierte als aktiver Beachvolleyballer mit verschiedenen Partnern grosse Erfolge - darunter der EM-Titel 2001, der Vize-Weltmeistertitel 2005 sowie zwei Vize-EM-Titel. Nach der Saison 2012 trat der zweifache Olympia-Teilnehmer zurück.

Sascha Heyer, Sie haben ihre Aktiv-Karriere Ende letzter Saison beendet. Was machen Sie heute?

Heyer: Ich bin Marketing-Chef bei einer global tätigen Sport-Marketing-Agentur. Bislang war diese hauptsächlich im Athleten-Management tätig. Mit mir soll nun ein neuer Zweig mit Kerngeschäft Event-Organisation aufgebaut werden. Zum Beispiel haben wir erst kürzlich den Zuschlag für die Austragung der Beachvolley-EM 2016 in Biel erhalten.

Wie stark sind Sie noch mit dem Beachvolleyball verbunden?

Durch meine neue berufliche Funktion arbeite ich sehr eng mit dem Weltverband zusammen. Aber auch sonst halte ich mich sehr genau auf dem Laufenden, weil ich viele Freunde auf der Tour habe. Ich geniesse es, mit ihnen direkt zu sprechen, statt mich nur über die Resultate zu informieren.

Die Schweizer Glanzzeiten sind vorbei, an der WM letzte Woche kam kein Duo über die Sechzehntelfinals hinaus. Sind die Schweizer momentan schlicht nicht besser oder wurden sie unter Wert geschlagen?

Etwas Grundsätzliches vorweg: Ich habe das Gefühl, dass wir in der Schweiz vor einer sehr guten Zukunft stehen. Unsere jungen Athleten besitzen alles, um ganz an die Weltspitze zu kommen. Sie sind physisch, technisch und mental stark. Joana Heidrich (die neue Partnerin von Nadine Zumkehr - die Red.) ist U21-Weltmeisterin, Mirco Gerson (Partner von Alexei Prawdzic) ist U21-Vize-Weltmeister. Dazu haben wir einen Studentenweltmeister und 2 Olympia-Teilnehmer. All diese Athleten sind bereit für den Durchbruch. Zudem drücken weitere Junge nach.

Kam die WM also noch zu früh?

Die WM war kein sogenannter Zielwettkampf, er hatte im Aufbau keine Priorität. Deshalb erachte ich das Abschneiden nicht als alarmierend. Schönreden will ich es aber auch nicht. Vom Schweizer Beachvolleyball ist man sich anderes gewöhnt. Man muss auch sehen, dass sich nach den diversen Rücktritten erfahrener Spieler letzte Saison die jungen Akteure in ihrer neuen Führungsrolle zuerst finden müssen. Das braucht Zeit. Aber es würde mich nicht überraschen, wenn wir Ende Juli bei der EM in Klagenfurt Topleistungen von unseren Teams sehen werden.

Die Nachwuchsarbeit scheint ihrer Meinung nach auf einem guten Weg zu sein?

Absolut. Wir haben mit ehemaligen Weltklasse-Spielern wie Markus Egger, Stefan Kobel oder Christoph Dieckmann absolute Fachmänner in der Ausbildung. Von unserer Infrastruktur im nationalen Leistungszentrum in Bern können viele Nationen nur träumen. Das alles wird Früchte tragen.

Zur Zeit geht in Gstaad das grösste Beach-Turnier auf Schweizer Boden über die Bühne. Was macht diesen Event auf der World Tour so speziell?

Zusatzinhalt überspringen

TV-Hinweis

TV-Hinweis

SRF überträgt die Finalspiele beim Grand-Slam-Turnier in Gstaad am Samstag und Sonntag am Nachmittag jeweils live. Kommentar: Sascha Ruefer und Sascha Heyer.

Mitten in den Bergen und zwischen Chalets Beachvolleyball spielen - das ist auf der World Tour einzigartig. Nicht nur die Schweizer Athleten sondern vor allem auch die ausländischen Profis schätzen das spezielle Flair im Dorf. Kein Wunder, hat der Anlass immer ein hochklassiges Teilnehmerfeld. Die Top-Cracks unternehmen alles, um im Berner Oberland dabei zu sein.

Inwiefern unterscheidet sich das Spiel auf 1000 Metern über Meer zu jenem auf Meereshöhe?

Man muss sich im Training auf die speziellen Bedingungen einstellen, aber daran gewöhnt man sich in der Regel rasch. Der Ball fliegt etwas schneller und weiter. Zudem ist man wegen der dünneren Luft schneller ausser Atem. Ich habe heute Morgen beim Zuschauen den einen oder anderen etwas schwerer atmen gehört als üblich.