Für die Schweiz sind am Sonntag die erfolgreichsten Winterspiele der Geschichte zu Ende gegangen. Das zeigt sich im Medaillenspiegel. Zwar schliesst die Schweizer Delegation diesen wie bereits in Pyeongchang und Peking erneut auf Rang 8 ab, mit 23 Medaillen hat man aber neue Sphären erreicht. Bisher lag der Rekord bei 15x Edelmetall.
Die 23 Medaillen setzen sich aus 6x Gold, 9x Silber und 8x Bronze zusammen. Olympiasieger stellte die Schweiz nur in Sotschi 2014 und Peking 2022 mehr, nämlich 7. Beinahe wäre diese Marke am Schlusstag noch erreicht worden. Die Schweizer Curlerinnen mussten sich im Final gegen Schweden aber knapp geschlagen geben und holten Silber.
Am meisten Medaillen (9) gab es für die Schweiz im Ski Alpin, gefolgt von Ski Freestyle (5), wo die Schweiz sowohl im Skicross, im Aerials wie auch im Freeski Slopestyle erfolgreich war.
Die Ausbeute der Schweiz muss aber auch etwas in Relation gesetzt werden. Die Anzahl an Medaillenentscheidungen ist im Vergleich zu früher stetig gestiegen. Waren es 1988 noch 46 Entscheidungen, sind es 2026 mit 116 fast dreimal so viele. Im Vergleich zu den Spielen in Peking gab es in Norditalien 7 Medaillenentscheidungen mehr.
Italien so gut wie noch nie
Auf die erfolgreichsten Winterspiele der Geschichte darf auch Italien zurückblicken. Der Gastgeber heimste insgesamt 30 Medaillen ein, davon 10x Gold, und übertraf den bisherigen Rekord aus dem Jahr 1994 in Lillehammer gleich um 10 Stück. Lohn dafür ist Rang 4 im Medaillenspiegel.
Der Heimvorteil und das dafür investierte Geld in die Sportförderung haben sich definitiv ausgezahlt. Insgesamt gab es in nicht weniger als 10 von 16 Sportarten Edelmetall. Am erfolgreichsten waren im Sog von Francesca Lollobrigida die Eisschnellläufer mit dreimal Gold, gefolgt von den Skifahrerinnen und Rodlern mit jeweils zwei.
Norwegen bricht eigenen Medaillenrekord
Platz 1 im Medaillenspiegel belegt zum vierten Mal in Folge Norwegen. Und auch hier wurde eine neue Bestmarke erreicht. Nicht nur das Total von 41 Medaillen bedeuten Rekord für Winterspiele, sondern auch die 18 darin enthaltenen Goldmedaillen. Alleine im Langlauf staubten die Norweger 14 Medaillen ab. Und auch im Biathlon fiel die Ausbeute mit 11 Stück zweistellig aus.
Hinter Norwegen belegen die USA und die Niederlande im Medaillenspiegel die Plätze 2 und 3. Während die Amerikaner in 11 Sportarten Medaillen bejubeln konnten, verteilen sich diejenigen der niederländischen Delegation auf nur zwei Sportarten: Eisschnelllauf (13) und Short Track (7).
Deutschland erlebte gemessen an den eigenen Ansprüchen enttäuschende Spiele. Mit Rang 5 verpasste man im Medaillenspiegel den angestrebten 3. Platz klar. 26 Medaillen sind eine weniger als vor vier Jahren in Peking. Was es nicht besser macht: Gleich 14x resultierte für Deutschland an diesen Spielen ein 4. Platz – so viel «Leder» gab es für keine andere Nation.