Bis am Dienstag war unklar, wer die Schweizer Eishockey-Nationalmannschaft als Captain anführen würde, nun liess Patrick Fischer die Katze aus dem Sack: Roman Josi wird mit dem «C» auf der Brust auflaufen. Fischer fiel die Wahl Josis leicht, er lobt den Captain der Nashville Predators in den höchsten Tönen. Josi sei spielerisch unglaublich, bringe eine Leichtigkeit, aber auch eine Ruhe hinein – ein Teamplayer, der alle grösser mache.
Es ist eine Riesenehre, die Schweiz als Captain an Olympia anzuführen.
Obwohl er schon oft Captain des Schweizer Nationalteams war, bleibt es für Josi etwas Besonderes, «eine Riesenehre», wie es der 35-Jährige nennt. Josi ist erstmals seit 2014 wieder bei Olympia dabei, in Sotschi amtete Mathias Seger als Captain. Im Gegensatz zu damals sind die NHL-Spieler früher angereist und auch Josi konnte alles um die Spiele aufsaugen: «Das waren coole Tage und man spürt den ‹Olympic Spirit›, der im Dorf herrscht. Das ‹fägt scho›».
Glauser auch im Captain-Team
Seinen Linienkollegen kennt Josi schon, es ist der gleiche wie die letzten Male, wenn der Captain der Nashville Predators dabei war: Andrea Glauser. Josi freut sich auf den Verteidiger Fribourg-Gottérons an seiner Seite: «Ich kenne ihn schon lange und gut. Er ist ein unglaublicher, kommunikativer und harter Verteidiger – ein super Leader.» Letzteres dachte sich auch Fischer, berief er Glauser doch als einzigen Nicht-NHL-Akteur in sein Captain-Team. Dieses komplettieren Nino Niederreiter, Nico Hischier und Kevin Fiala.
Als Kleiner durfte ich zugucken; jetzt für die Schweiz einzulaufen, ist unglaublich.
Anders als Josi steht Glauser vor seiner ersten Olympia-Teilnahme. Wenn diese schon für einen erfahrenen NHL-Spieler wie den 35-jährigen Josi etwas so Aussergewöhnliches ist, wie sieht die Gemütslage dann bei Olympia-Debütant Glauser aus? «Es ist noch spezieller als erwartet. Das Einlaufen ins Stadion mit so vielen Leuten war ganz besonders. Als Kleiner durfte ich zugucken; jetzt für die Schweiz einzulaufen, ist unglaublich.»
Glausers Olympia-Traum wird sich am Donnerstag verwirklichen. Dann steht auf dem (sehr) kleinen Eisfeld in der Mailänder Arena Santa Giulia das erste Gruppenspiel an. Der Gottéron-Verteidiger ist zwar nicht vertraut mit dem kleineren Eisfeld, macht sich darüber aber wenig Gedanken: «Wir werden uns nicht gross anpassen und wie immer gradlinig spielen.» Gelingt der Schweiz das wie gewünscht, wird es für Frankreich, den auf dem Papier schwächsten Schweizer Gegner, schwer.