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Freeskier vergiesst Tränen Immer wieder «Leder» – doch Ragettli gibt nicht auf

Andri Ragettli verbirgt nach Platz 4 bei Olympia seine Emotionen nicht. Er denkt auch an seinen verstorbenen Vater.

Andri Ragettlis Traum von einer Olympiamedaille bleibt vorerst auch 2026 unerfüllt. Nach den Rängen 7 und 4 in Südkorea und China hatte der Bündner an seinen gefühlten Heimspielen in Norditalien – zwischen Flims und Livigno liegen Luftlinie nur 73 Kilometer – wieder knapp das Nachsehen. Den undankbaren 4. Platz, den er im Slopestyle schon an der Heim-WM letztes Jahr im Engadin belegt hatte, scheint der 27-jährige Flimser abonniert zu haben.

Ragettli brauchte eine Weile, um die erneute Enttäuschung in Livigno zu verdauen. Im SRF-Interview wurde er dann von den Emotionen übermannt, als er an seinen Vater dachte, den er schon in früher Kindheit verlor. «Ich wollte ihn stolz machen. Aber ich glaube, er ist im Himmel trotzdem stolz auf mich», sagte er unter Tränen.

Aufgeben keine Option

Seinen Kampfgeist hat der Freeskier nach dem neuerlichen Rückschlag nicht verloren, im Gegenteil. «Die Leute, zu denen ich aufschaue, geben nie auf. So mache ich das auch.» Sein sportliches Abschneiden beurteilte er gefasster als vor vier Jahren in Peking, als ihn 1,85 Punkte von einer Medaille getrennt hatten und er mit den Judges haderte.

Sportler mit Nummer 3 bei Milano Cortina 2026 Interview.
Legende: Wollte seine Enttäuschung nicht verbergen Andri Ragettli. Keystone/Peter Klaunzer

Ragettli hatte den Olympischen Spielen in den letzten vier Jahren alles untergeordnet. Mit dem Fokus auf den Slopestyle, seine Paradedisziplin, verzichtete er in dieser Saison auf Starts im Big Air. Zwar waren die Resultate in den letzten Wochen nicht die allerbesten, der Weltmeister von 2021 und WM-Dritte von 2023 wähnte sich aber gewappnet, um sein letztes grosses Karriereziel zu erreichen – zumal er seine grösste Schwäche an den Rails ausgemerzt hat.

Start im Big Air?

Er sei in seiner «Prime», auf seinem besten Level überhaupt, sagte er im Januar. Nationalcoach Dominik Furrer schwärmte von Ragettlis hohem Grundniveau und dessen Zielstrebigkeit und Professionalität. Umso mehr schmerzt das verpasste Edelmetall. Ob er in fünf Tagen zur Qualifikation im Big Air antritt, liess Ragettli im Moment der Enttäuschung vorerst offen, ohne es auszuschliessen. Es wäre die Gelegenheit, sich seinen Medaillen-Traum doch noch zu erfüllen.

SRF zwei, sportlive, 10.2.26, 12:20 Uhr ; 

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