«Mir hat drei Tage lang alles wehgetan», sagt Mathilde Gremaud im Interview mit SRF am Freitagmorgen. Der Sturz im Probelauf für den Big-Air-Final am Montagabend hinterliess bei der Freeskierin Spuren. Mittlerweile geht es ihr aber besser und sie kann den Unfallhergang präzise schildern.
Bei ihrem Trick, dem «Nose Butter double cork 1260», macht man schon auf dem Kicker eine halbe Drehung. «Dabei ist das Risiko gross, dass man verkantet. Das Körpergewicht muss auf dem vorderen Teil der Ski sein, damit der hintere Teil driften kann. Und das habe ich nicht geschafft», so Gremaud.
Übermotivation als Grund für Sturz
Nach dem Sturz war Grübeln angesagt. Mit ihren Trainern habe sie das Ganze analysiert. Dabei kam etwas Interessantes zum Vorschein. Das Malheur im Big Air war auf die Goldmedaille im Slopestyle zurückzuführen. Gremaud und ihre Trainer seien nach dem Triumph «frustriert» gewesen. Der Grund: die kleine Differenz von nur 0,38 Punkten auf den zweiten Platz.
«Wir waren deswegen nicht so zuversichtlich», führt Gremaud aus. Und deswegen war der Plan, im Big Air so aufzutreten, dass es keine knappe Angelegenheit wird. «Deswegen wollte ich im Warm-up vor dem Final Gas geben – vielleicht zu viel.»
«Jetzt den Sommer geniessen»
Der Sturz war umso ärgerlicher, weil Gremaud ihr grösstes Ziel – ihr zweites Gold im Slopestyle nach Peking 2022 – bereits erreicht hatte. «Ich hätte den Trick im Big Air gerne gezeigt. Aber ich war auch froh, dass ich nicht schlimmer verletzt war.» Und die 26-Jährige versicherte: «Ich werde diesen Trick sicher noch zeigen.»
Ans Aufhören denkt Gremaud nicht, auch wenn jetzt erstmal Erholung angesagt ist. «Zuerst muss ich diesen Zyklus beenden, den Sommer geniessen. Dann können wir weiterarbeiten. Wenn ich gesund bin, werde ich weitermachen und in vier Jahren dabei sein.»