Es bleibt dabei: Marco Odermatt gewinnt bei Grossanlässen die Goldmedaille – oder eben kein Edelmetall. Der dreifache Weltmeister (Abfahrt/Super-G/Riesenslalom) und Riesenslalom-Olympiasieger von 2022 «wartet» immer noch auf Silber oder Bronze. Auch in der Olympia-Abfahrt von Bormio reichte es dem Saisondominator hinter dem entfesselten Franjo von Allmen und einem italienischen Duo nur zu Platz 4.
Im SRF-Interview nahm Odermatt kein Blatt vor den Mund, meinte unverblümt: «Es ist schon sch..., der 4. Platz.» Bereits zum 4. Mal verpasste er die Medaillen bei Grossanlässen um einen Rang.
Ich weiss ehrlich gesagt nicht, wo ich schneller hätte fahren können.
Die Enttäuschung dürfte umso grösser sein, da beim Nidwaldner im Ziel nicht nur Grün aufleuchtete, sondern er auch ein gutes Gefühl hatte. «Ich war eigentlich zufrieden mit meiner Fahrt und weiss ehrlich gesagt nicht, wo ich schneller hätte fahren können.» Genau dies sieht Odermatt als grösste Baustelle: ohne gröberen Bock langsamer zu sein als die Konkurrenz.
Team Kombination eine Option
«Es tut weh. Aber ich muss das jetzt abhaken. Es gibt noch zwei, drei grosse Chancen», blickt der 28-Jährige bereits auf den weiteren Verlauf der Olympischen Spiele in Norditalien voraus. Sicher ist: Auch im Super-G (Mittwoch) und im Riesenslalom (Samstag) gehört Odermatt zu den absoluten Topfavoriten.
Möglich ist zudem auch eine Teilnahme des Weltcup-Überfliegers in der Team-Kombination – zumal er selber von «zwei bis drei Chancen» spricht. Auf Nachfrage hält er sich aber noch bedeckt und schiebt die Entscheidung hinaus: «Es ist noch etwas früh. Wir schauen es heute mal noch an.»