Eine angenehme Nacht hatte Mathilde Gremaud nicht. «Es tut mir überall weh, vor allem im unteren Rücken und in der Beckenregion. Es ist nicht so angenehm, aber ich kann laufen», sagte die Freiburgerin am Dienstag gegenüber SRF. Die Schweizer Freeskierin war am Montagabend im Probedurchgang vor dem Big-Air-Final heftig gestürzt und hatte mit der Trage aus dem Zielraum gebracht werden müssen.
Sie habe unmittelbar nach dem Sturz gemerkt, dass es mit dem Final nicht aufgehen werde. «Auch wenn ich keine Schmerzen gehabt hätte, wäre ich mental nicht ready gewesen, um zu starten», so die 26-Jährige. Der Finalverzicht war für Gremaud bitter. Vor 4 Jahren hatte sie in dieser Disziplin in Peking Bronze gewonnen, an den prestigeträchtigen X-Games gab es insgesamt 4 Mal Gold, zuletzt Ende Januar in Aspen.
Wenn ich so etwas Grosses erreiche, erlebe ich das so intensiv. Manchmal ist es schwierig wieder reinzukommen.
Luft nach Gold-Coup etwas draussen?
Doch Gremaud kann die Situation einordnen. Sie habe noch keine Spiele erlebt, die einfach «smooth» verlaufen seien. Diesmal habe zumindest in der Vorbereitung alles geklappt. Sie werde zwar etwas Zeit brauchen, um wieder fit zu sein, aber sie habe nichts Schlimmes und vor allem nichts gebrochen. Zudem sei es ihr grösstes Ziel gewesen, im Slopestyle erneut Gold zu gewinnen. «Es ist für mich die Königsdisziplin unserer Sportart.»
Nach dem grossen Triumph in ebendieser Disziplin war bei Gremaud vielleicht auch ein Stück weit die Luft draussen. «Wenn ich so etwas Grosses erreiche, erlebe ich das so intensiv. Manchmal ist es schwierig wieder reinzukommen», führte Gremaud diesen Aspekt aus. Sie wisse noch nicht, wie sie künftig damit umgehen werde, aber sie habe gelernt, darauf ein Augenmerk zu haben.