Das Schweizer Eishockey-Nationalteam stieg mit gleich zwei grossen Highlights vor der Brust ins Sportjahr 2026. Das erste, die Olympischen Winterspiele, ging für das Team von Coach Patrick Fischer am Mittwoch im Viertelfinal gegen Finnland auf brutale Art und Weise zu Ende.
Plan ging nur fast auf
Unmittelbar nach dem K.o. durch die Finnen in der Overtime kämpften die Schweizer mit den Emotionen. Kein Wunder, nachdem sie dem Halbfinal-Einzug dermassen nahe gekommen waren. «Es tut weh», sagte Leonardo Genoni im Interview. Der 38-jährige Goalie, der erneut eine starke Leistung gezeigt hatte, sprach von einem «Gameplan», der fast aufgegangen sei. «Wir haben genau das Spiel gemacht, das wir uns vorgenommen hatten. Lange ging es auf, doch dann klappte es doch nicht», so der EVZ-Schlussmann.
Genoni war es wichtig zu erwähnen, dass die Schweiz sehr wohl auch mit den Top-Teams mithalten kann, wenn alle NHL-Spieler mit dabei sind. «Wir müssen nicht zu viel Respekt vor den Gegnern haben. Wir haben eine sehr, sehr gute Mannschaft, das müssen alle irgendwann einmal einsehen», sagte der Torhüter mit Nachdruck.
Dass man mit einem Team vom Kaliber Finnlands mithalten konnte, ist für Genoni aber längst kein Trost: «Das schmerzt jetzt, bis das Turnier Ende Woche vorbei ist. Danach stehen wir auf und machen weiter.»
Josi schwärmt vom Team
Muss sich die Schweiz im Viertelfinal etwas vorwerfen lassen? «Wir hätten in unseren Powerplays das dritte Tor etwas vehementer suchen können», meinte Roman Josi. Doch der Captain fügte an: «Ich finde aber, dass wir es gut gemacht haben. Bis zum 2:1 hatte Finnland nicht so viele Chancen.» Nach dem Anschlusstreffer verlor die Nati die Kontrolle über das Spiel. «Am Ende ging es plötzlich schnell», so Josi.
Der 35-jährige Routinier wollte es sich nicht nehmen lassen, seine Teamkollegen und den ganzen Staff nach dem bitteren Ausscheiden zu loben: «Wir haben einen riesigen Teamspirit. Für mich ist es immer ein grosses Privileg, für diese Mannschaft zu spielen. Alle geben alles für die Schweiz. Gerade deshalb ist es jetzt so bitter», sagte Josi.
Grosse Ernüchterung bei Fischer
Für Fischer war es wenige Minuten nach dem Spiel noch zu früh, um die Partie zu analysieren. Der Headcoach beschrieb seine Gefühlslage als «stinkesauer und enttäuscht». Dass die Schweiz den Sieg noch aus der Hand gegeben hat, tue einfach weh, so Fischer.
Für den Chef an der Schweizer Bande waren es nach Pyeongchang 2018 und Peking 2022 die dritten und letzten Olympischen Spiele als Nationaltrainer. Bevor Fischer die Verantwortung an Noch-Assistent Jan Cadieux weitergibt, steht mit der Heim-WM im Mai noch das zweite grosse Highlight im 2026 an.