Nach neun Siegen in neun Spielen in der Round Robin – eine sagenhafte Ausbeute – starb die Hoffnung auf Olympiagold für die Schweizer Curler am Donnerstagabend im Halbfinal jäh. Skip Yannick Schwaller, Benoît Schwarz-van Berkel, Sven Michel und Pablo Lachat-Couchepin unterlagen in Cortina d'Ampezzo Grossbritannien mit 5:8.
«Es war auch ein bisschen Pech dabei», resümierte Schwaller nach der Halbfinal-Niederlage. «Am Schluss fehlten Millimeter.» Die Enttäuschung stand Schwarz-van Berkel ins Gesicht geschrieben. Von einem tiefen Seufzer begleitet sagte er: «Es tut sehr weh. Wir hatten eine super Woche bis jetzt. Es ist schade, hat es nicht für den Final gereicht.»
Statt um Gold oder Silber duellieren sich Schwaller und Co. am Freitagabend nun mit Norwegen um Bronze bzw. um den ungeliebten vierten Platz. Viel Zeit, die Frustration zu verarbeiten, bleibt nicht.
«Wir sind vielleicht der Favorit»
«Auf dem Papier sind wir vielleicht der Favorit», so Schwaller. «Wir wollten den Olympiasieg, die Norweger sind vielleicht schon froh, die Halbfinals erreicht zu haben. Sie sind eher ein bisschen reingeschlichen.» Einfacher werde es deshalb aber nicht. «Wir müssen uns möglichst schnell sammeln und am Freitag wieder mit der gleichen Einstellung und Atmosphäre im Team ans Werk gehen.»
Sie hätten aber bereits in der Vergangenheit Halbfinals verloren und würden die Situation kennen. «Ich habe deshalb keine Bedenken, dass wir wieder gut und bereit sein werden», zeigt sich Schwaller zuversichtlich. «Wir haben eine coole Chance gegen Norwegen – und wir werden versuchen, sie zu nutzen», sagte Schwarz-van Berkel.