Die Favoritinnen
- Julia Scheib (AUT)
- Camille Rast (SUI)
- Sara Hector (SWE)
Sie ist die grosse österreichische Gold-Hoffnung bei den Alpinen: Riesenslalom-Spezialistin Julia Scheib. Die 27-Jährige hat auf die Olympia-Saison hin so richtig aufgedreht. Zu ihrem ersten Weltcup-Sieg zum Auftakt in Sölden haben sich mittlerweile 3 weitere Triumphe und 2 Rangierungen als Zweite gesellt. Einziges kleines Manko bei Scheib: Wenn sie nicht auf dem Podest steht, scheidet sie aus (in dieser Saison 2 Mal).
Nicht minder formstark ist aktuell Camille Rast. Die Walliserin war angeschlagen in die Saison gestartet und findet sich im Gesamtweltcup trotzdem auf dem starken 2. Platz wieder – dies, weil Slalom und Riesenslalom funktionieren. Abgesehen von einem 15. Platz in Sölden fuhr Rast im «Riesen» ausnahmslos in die Top 5, feierte allerdings «nur» einen Saisonsieg (Kranjska Gora).
Sara Hector gehört seit Jahren zur Spitze in dieser Disziplin. Die Olympiasiegerin von Peking 2022 überzeugte auch in dieser Saison mit 4 Podestplätzen, darunter – pünktlich zur Olympia-Hauptprobe – ein Sieg in Spindlermühle (CZE).
Die Herausforderinnen
- Mikaela Shiffrin (USA)
- Paula Moltzan (USA)
- Alice Robinson (NZL)
- Federica Brignone (ITA)
Ein englischsprachiges Trio schickt sich an, den Top-Favoritinnen ein Bein zu stellen. Nach ihrer Peking-Enttäuschung (Out in Riesenslalom, Slalom und Kombi) und Rang 4 in der Team-Kombi in Cortina hofft Mikaela Shiffrin auf Versöhnung. Einen Olympiasieg in ihrer zweitbesten Disziplin hat sie bereits im Gepäck (Pyeongchang 2018). Paula Moltzan und Alice Robinson treten beide im Riesenslalom aktuell nicht ganz so konstant auf wie auch schon, sind aber immer für einen Exploit gut. Beide holten an der WM im letzten Jahr in dieser Disziplin eine Medaille (Bronze resp. Silber).
Ein grosses Fragezeichen steht hinter Federica Brignone. Die Gesamtweltcupsiegerin des letzten Winters gewann vor 4 Jahren in Peking Silber. Doch nach ihrer komplizierten Verletzung mit Kreuzbandriss sowie Schien- und Wadenbeinbruch feierte sie erst Ende Januar in Kronplatz mit Rang 6 ihr Comeback. Mit Olympiagold im Super-G zeigte sie bereits eindrücklich, wie gut sie schon wieder ist. Bloss: Kann sie eine derartige Parforce-Leistung nach dieser langen Verletzungspause 3 Tage nach dem Gold-Coup wiederholen?
Die weiteren Schweizerinnen
- Wendy Holdener
- Vanessa Kasper
- Sue Piller
Natürlich ist der «Riesen» mit grossem Abstand Wendy Holdeners zweitbeste Disziplin nach dem Slalom. Doch mit ihren insgesamt 14 Grossanlass-Medaillen im Gepäck kann die 31-Jährige auf einen immensen Erfahrungsschatz zurückgreifen. Allerdings läuft es ihr aktuell in dieser Disziplin nicht – mit nur einem 15. Platz im Weltcup hat sie eigentlich die Selektionskriterien nicht erfüllt.
Auf den letzten Drücker geschafft haben dies Vanessa Kasper und Sue Piller. Kasper fuhr bei der Olympia-Hauptprobe in Spindlermühle auf Platz 11 und weist damit zusammen mit ihrem 14. Rang von Kronplatz (ITA) die geforderten 2 Top-15-Plätze auf. Ebenfalls pünktlich auf Milano Cortina hin performte Piller mit ihrem Platz-6-Exploit in Tschechien. Eine Medaille wäre für diese drei Schweizerinnen eine faustdicke Überraschung.
Das Podest bei Peking 2022
- 1. Sara Hector (SWE)
- 2. Federica Brignone (ITA)
- 3. Lara Gut-Behrami (SUI)