Gregor Deschwanden wurde von seinem Bronze-Coup sogar selbst überrascht, wie er nach dem Springen auf der Normalschanze im SRF-Interview lachend zugab. Am Tag danach blickte der 34-jährige Luzerner mit SRF-Moderatorin Annette Fetscherin auf seinen Erfolg von Montag zurück.
Das sagt Deschwanden ...
- ... über den Moment nach seinem Bronze-Sprung:
«Ich habe zuerst ein bisschen gehadert mit der Landung. Man sieht zwar die grüne Laserlinie, ich wusste also, dass es ein super Sprung war. Als ich gesehen habe, dass ich in Führung liege, wusste ich, dass ich meinen Teil gemacht habe, die anderen Springer noch runterkommen müssen. So konnte ich zuschauen und auf eine Medaille hoffen. Ich wollte nicht zu früh mit den Emotionen rauskommen.»
- ... über die perfekte Ski-Wahl:
«Mein Servicemann ist extra 14 Stunden mit dem Auto gefahren, um mir diese Ski zu holen. Ich habe dieses Paar nur Anfang Saison gebraucht, nachher nicht mehr. Es war aber die richtige Entscheidung. Ich bin froh, dass er das für mich gemacht hat. Das ist auch der Lohn für ihn. Solche kleine Sachen machen am Ende den Unterschied, an Olympia muss man alles probieren. Hier war das möglich, in China hätte ich den Ski nicht mehr holen können.»
- ... zu den Feierlichkeiten nach seinem Coup:
«Wir hatten Zeit, um anzustossen. Wir wussten, dass wir jetzt etwas als Team machen müssen. Wir haben eine Bar in Beschlag genommen, die sich dann plötzlich auch mit anderen Nationen gefüllt hat. Der Staff macht über die ganze Saison hin alles für uns. Sie verdienen es auch, sich mal feiern zu lassen. Man muss feiern, wenn man kann. Ich weiss nicht mehr, wann ich nach Hause gekommen bin, aber ich bin im Hotel aufgewacht.»
- ... über seine Rolle in der Mannschaft:
«Wenn Simon (Ammann, d.Red.) nicht dabei ist, bin ich der erfahrenste Skispringer. Ich bin der, der ihnen alles zeigt. Ich würde mich aber nicht als Team-Papi beschreiben, das macht mich ein bisschen alt (lacht). Wir reisen lange Zeit miteinander um die Welt, trainieren immer zusammen. Im Winter sehe ich meine Equipe mehr als meine Partnerin. Aber am Schluss wird man stark über das Team. Der Schweizer Weg war immer, dass man eine starke Mannschaft will. Das haben wir nun endlich. Das war wichtig für mich, vor allem in einer Zeit, als es nicht so gut lief.»
- ... seine Chancen auf der Grossschanze:
«Ich hoffe, dass ich den Flow mitnehmen kann. Der Knopf auf der Normalschanze ist im letzten Moment aufgegangen, hoffentlich dauert das jetzt nicht so lange. Im Skispringen ist alles möglich. Und wenn alles passt, steht mir nichts im Weg. Dann kann ich wieder um die Medaillen springen.»
Das ganze Gespräch mit Bronze-Gewinner Gregor Deschwanden können Sie im Video oben nachschauen.