- Wenige Minuten nach Marianne Fattons Gold-Triumph gibt es beim erstmals olympischen Ski-Mountaineering-Sprint der Männer keine Schweizer Medaillen zu bejubeln.
- Nach jeweils souveränen Halbfinal-Läufen patzen Arno Lietha und Jon Kistler im Final. Olympiagold geht an Oriol Cardona Coll (ESP).
- Den zweiten und letzten Auftritt 2026 hat das Ski Mountaineering am Samstag mit der Mixed-Staffel.
Die Olympia-Premiere des Ski Mountaineerings bei Milano Cortina 2026 hätten zu echten Schweizer Festspielen werden können. Nach dem Goldgewinn von Marianne Fatton im Sprint der Frauen zählten auch im Männer-Sprint der Bündner Arno Lietha und der Zürcher Jon Kistler zu den Medaillenkandidaten – das hatten sie mit jeweils souveränen Halbfinal-Läufen unterstrichen. Doch es sollte anders kommen.
Nach Top-Start schleichen sich Fehler ein
Nach einem optimalen Start hatten die beiden Schweizer das Rennen bis kurz vor dem ersten Wechsel noch gemeinsam angeführt. Doch das Montieren der Ski funktionierte bei Kistler nicht wunschgemäss, der 22-jährige WM-Bronzegewinner verlor viel Zeit. Lietha kam kurz nach dem Wechsel auf der nachfolgenden Treppe beinahe zu Fall. Der routinierte Sprint-Weltmeister Oriol Cardona Coll (ESP) nutzte das zu seinem Vorteil und ging klar in Front.
Auch der unter neutraler Flagge antretende Russe Nikita Filippov zog erst an Kistler und dann auf der Treppe an Lietha vorbei und behauptete Rang 2. Aus Schweizer Sicht verlief der Sprint aber noch ungünstiger: Beim 3. Wechsel war auch Lietha nicht schnell genug, sodass Thibault Anselmet (FRA) – im vergangenen Jahr WM-Silbergewinner – den Bündner überholen konnte.
Cardona Coll feierte letztlich einen ungefährdeten Olympiasieg vor Filippov (+1,52 Sekunden) – er ist der erste russische Sportler, der bei Milano Cortina 2026 eine Medaille holte – und Anselmet (+2,31). Lietha (+5,04) kam als 4. und Kistler (+23,84) als 6. und damit Letzter ins Ziel.
Die beiden Schweizer hatten ihre Halbfinal-Heats noch mühelos gemeistert. Kistler behauptete sich im 1. Halbfinal in 2:34,93 Minuten gegen Cardona Coll und Anselmet. Lietha gewann den anderen Halbfinal knapp vor Filippov und stellte die bis dahin beste Zeit aller Läufer auf (2:33,79 Minuten).
So geht es weiter
Den zweiten und zugleich letzten Auftritt bei Milano Cortina 2026 haben die Athletinnen und Athleten des Ski Mountaineerings am Samstag. Ab 13:30 Uhr messen sich die Besten in der Mixed-Staffel (live bei SRF).
Bei den aktuellen Winterspielen ist «Skimo» als Zusatzsportart eingestuft. Ob es auch vier Jahre später in den französischen Alpen im Programm stehen wird, entscheidet sich nach den Eindrücken von Bormio.