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Augenmass und Regel-Revolution Die Formel 1 will den Hype mitnehmen

Das Jahr 2021 war ein Glücksfall für die Formel 1 – trotz des unwürdigen Nachspiels. In der kommenden Saison soll es mindestens so positiv weitergehen.

2022 soll die Formel 1 noch spektakulärer werden
Legende: 2022 soll die Formel 1 noch spektakulärer werden. imago images

Die Einnahmen sprudeln trotz Corona-Pandemie, die Saison 2021 elektrisierte die Motorsportwelt – und im kommenden Jahr soll alles noch besser werden: Die Formel 1 – ewig hinterfragt in Zeiten der Klimakrise – steht so gut da wie lange nicht mehr. Manchmal ist eben doch weniger mehr.

«Der Kostendeckel ist das Beste, was uns passieren konnte. Er schafft Planbarkeit und wird den Wert der Teams enorm steigern», sagt Teamchef Toto Wolff vom Branchenprimus Mercedes: «Eine neue Ära startet, das wird aufregend.»

Die Kosten sinken, die Spannung steigt

Die Zeit des Geldverbrennens ist vorbei, seit der sogenannte Budget Cap 2020 eingeführt wurde. Erst gegen den Widerstand der Grossen, die es gewohnt waren, den Erfolg notfalls durch immer grösseren finanziellen Einsatz zu kaufen – oder es zumindest zu versuchen, siehe Ferrari.

Video
Kennt kein Pardon: Max Verstappen, der etwas andere Weltmeister
Aus Sport-Clip vom 12.12.2021.
abspielen. Laufzeit 2 Minuten 50 Sekunden.

2022 sinkt der Kostendeckel für alle auf 140 Millionen Dollar, im Jahr darauf auf 135. Dadurch ist der Rennbetrieb in der Formel 1 für manche Teams mittlerweile kein Verlustgeschäft mehr, was die Teams noch interessanter für Investoren macht. Vergleiche mit Franchises aus der boomenden Football-Liga NFL werden längst gezogen. Tatsächlich hat Formel-1-Eigner Liberty Media eine Art Super League des Motorsports geschaffen.

Besonders die Zahl junger Fans wächst beständig. Nach der Ablösung von Bernie Ecclestone an der Spitze wurde verstärkt auf digitale Kanäle und Gaming gesetzt. Die Netflix-Doku «Drive To Survive» hat den Sport einem Publikum nahegebracht, das zuvor wenig mit der Formel 1 anfangen konnte. Vom spannenden WM-Duell Max Verstappen gegen Lewis Hamilton ganz zu schweigen.

Irre letzte Runde: Verstappen schnappt Hamilton den WM-Titel weg
Aus Sport-Clip vom 12.12.2021.

Während andere Sportarten und -ligen immer noch mit den Corona-Auswirkungen und gegen den wirtschaftlichen Exitus kämpfen, wird damit gerechnet, dass die Formel 1 nach dem Krisenjahr 2020 ein Einnahmehoch von rund 2 Milliarden Dollar erzielt.

Bringen neue Regeln noch mehr Spannung?

22 Rennen wurden heuer gefahren, so viele wie nie. Die allermeisten vor Publikum, weswegen die Königsklasse wieder satte Austragungsgagen im jeweils zweistelligen Millionenbereich aufrufen konnte. Besonders gut zahlten die international umstrittenen Neulinge Katar und Saudi-Arabien.

Abseits der ungeliebten Menschenrechtsfragen will die Formel-1-Spitze die Attraktivität weiter erhöhen. Der Schlüssel liegt im neuen technischen Reglement, das 2022 greift. Die Aerodynamik wird grundlegend verändert. Der sogenannte Ground-Effekt spielt fortan wieder eine grössere Rolle, um das Hinterherfahren und auch Überholen zu erleichtern. Dazu «wachsen» die Reifen von 13 auf 18 Zoll, auch dies soll die Fahrbarkeit verbessern.

Alle Teams sollen theoretisch die Chance haben, am Reissbrett einen Coup zu landen. Wie das Brawn-Team, das nach der Regelnovelle 2009 dank des Doppel-Diffusors so überlegen war, dass die Titelvergabe bei Saisonhalbzeit praktisch feststand. Wiederholt sich Geschichte? «Ich habe gehört, dass zwei, drei kleinere Teams gute Lösungen für das neue Konzept gefunden haben», sagte Formel-1-Experte Ralf Schumacher der Agentur SID.

Fährt Red Bull 2022 hinterher?

Red Bull entwickelte von den Spitzenteams das 2021er-Auto am längsten weiter, während viele Konkurrenten früh auf das kommende Jahr setzten. Nun geht ein wenig die Angst um, dass sich dies rächen könnte. «Wenn Ferrari alle im ersten Rennen 2022 schlägt, dann haben wir wahrscheinlich falsch gehandelt», sagte Red-Bull-Teamchef Christian Horner in Abu Dhabi.

Max Verstappen lacht
Legende: Hat der Weltmeister auch 2022 gut lachen? Max Verstappen bei den Tests in Abu Dhabi. imago images

2026 dann soll ein weiteres Kapitel folgen, der Volkswagen-Konzern vor einem Einstieg als Lieferant eines neuen, weniger komplexen Motors stehen. Die Serie hat sich zudem der Nachhaltigkeit verschrieben, will bis 2030 klimaneutral sein und zudem einen komplett synthetischen Kraftstoff auch für den Strassenverkehr entwickeln.

SRF info, sportlive, 12.12.2021, 13:30 Uhr;

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16 Kommentare

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  • Kommentar von Manuel Meier  (Manu.)
    Er mag nicht allen Symphatisch sein. Sein Art mag teilweise etwas repektlos rüberkommen. Sein Fahrstil ist oft agressiv und manchmal nahe an bis ganz pber der Grenze.
    Dennoch: er hat für mich die Formel 1 wieder unterhaltsam gemacht. Er hat mich dazu gebracht, wieder öfters die Formel 1 zu schauen. Und diese Saison hat er, trotz des letzen Rennens, den Titel eindeutig verdient.
  • Kommentar von Martin Blindenbacher  (Martin Blindenbacher)
    Und täglich grüsst das Murmeltier. Du hast recht waeber. Wir sind alles Nieten. Und srf spielt mit. Ist doch toll!
  • Kommentar von Dennis Gutknecht  (Federer_IST_Gott)
    Ich bin Formula 1-fan seit 2007, und ich kann garantieren, dass grade jetzt (und vor allem seit 2020) der ideale Zeitpunkt ist, um ‚Einsteiger‘ zu werden.

    Aber: Es MUSS mehr Teams und Fahrer die Chance haben, um vorne mitzumischen.

    PS: Ich finde die digitale Präsenz angemessen, und zeitgetreu
    1. Antwort von Francis Waeber  (Francis Waeber)
      Da haben Sie Grund zum Optimismus. Das Mittelfeld mit Mc Laren, Alpha Tauri und Alpine rückt sei 2 Jahren kontinuierlich näher, Ferrari wird auch nicht ewig aus dem letzten Loch pfeifen - und warum Aston Martin die letzten paar Rennen dermassen abgesackt ist, weiss wohl nur der Himmel. Neues Reglement heisst sowieso das die Karten neu gemischt werden....;-))
    2. Antwort von Martin Blindenbacher  (Martin Blindenbacher)
      Weis der Himmel wiso Aston Martin so schlecht abgeschitten hat in den letzten Rennen... wir sollten waber fragen. Der weis alles.