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Hamiltons Streit mit der Crew in mehreren Akten
Aus Sport-Clip vom 11.10.2021.
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Boxenstopp kurz vor Schluss «Angsthasen-Strategie»? – Hamilton wollte mehr Risiko

Der WM-Zweite hätte sich beim GP der Türkei am Sonntag eine risikoreichere Reifenstrategie seines Rennstalls gewünscht.

Lewis Hamilton und sein Chef Toto Wolff
Legende: Sind sich nicht immer einig Lewis Hamilton und sein Chef Toto Wolff imago images

«Ich bin jemand, der Risiken eingeht. Deshalb wollte ich es auch riskieren», betonte Hamilton nach dem Grossen Preis in Istanbul. Was war geschehen? Der britische Mercedes-Pilot lag nach 51 von 58 Runden auf Rang 3 direkt hinter WM-Rivale Max Verstappen, als er zum Reifenwechsel an die Box gerufen wurde. Er büsste zwei Ränge ein und verlor als 5. die WM-Führung an Verstappen.

«Meinem Bauchgefühl nach hätte ich draussen bleiben sollen», klagte Hamilton im Anschluss. «Ich bin deshalb frustriert, nicht meinem Instinkt gefolgt zu sein.» Mercedes beurteilte das Risiko, das Rennen ganz ohne Reifenwechsel zu beenden, allerdings als zu gross.

«Ausfall hätte mehr gekostet»

«Mit dem Risiko, einen Reifenplatzer zu haben und damit 10 Punkte zu verlieren oder am Ende aufgefressen zu werden, hast du am Ende auch nichts gewonnen», meinte Teamchef Toto Wolff. Ein Ausfall Hamiltons wäre «offensichtlich katastrophal» gewesen.

Die britische Presse schlug sich auf die Seite des Fahrers. Die Daily Mail sprach von einem «sinnlosen Boxenstopp». Mercedes habe sich «wie Angsthasen» benommen. Angesichts des engen WM-Rennens könne dies eine «verhängnisvolle Entscheidung» gewesen sein.

Vergessen ging dabei allerdings, dass ihn die Crew schon in der 42. Runde zum Reifenwechsel holen wollte. Der Brite überredete das Team aber, ihn weiter draussen zu lassen. Ein früherer Stopp hätte seine Chancen, weiter vorne zu landen, möglicherweise erhöht.

Winnerstrategie in Sotschi

Vergessen ging auch, dass Hamilton schon beim GP in Russland mit seinem Team über die Strategie diskutiert hatte. Trotz kurz vor Schluss einsetzendem Regen wollte er draussen bleiben. Auch in Sotschi fügte er sich der energischen Aufforderung der Box zum Reifenwechsel, fuhr auf Regenreifen zum 100. GP-Sieg – und bedankte sich dann artig für die Strategie.

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5 Kommentare

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  • Kommentar von Beat Leumann  (Sno12opy)
    Der Versuch bis zum Ende des Rennens auf diesen Reifen zu bleiben hätte sich für LH gelohnt, trotz dem Risiko eines Reifenplatzers wäre es ein Versuch wert gewesen. Wäre es in die Hosen gegangen würde es in der Zukunft keine Diskussionen mehr geben welcher Strategie er Folge leisten müsste. Jedenfalls sind die Titelchancen für LH immer noch vorhanden. Wenn es am Schluss zu einem Finale kommt, hat Verstappen nicht die Nerven wie Lewis Hamilton.
  • Kommentar von Thomas F. Koch  (dopp.ex)
    In Sotschi gewann er dank der Entscheidung des Teams. Mit seinem Bauchgefühl wäre er im Bereich von Norris zwischen P6 und P8 gelandet. Das wären zwischen 4 bis 8, statt 25 Punkte gewesen.
    In Istanbul hätte er maximal P3 geholt, was längst nicht sicher ist und maximal 15 statt 10 Punkte gewonnen.

    Unterm Strich hat er in zwei Rennen mit der Teamstrategie rund 14 Punkte (+/-2 Punkte für P6/P8 in Sotschi) mehr gewonnen, als mit seinem Bauchgefühl. Zudem geht es auch um den Konstrukteurstitel.
  • Kommentar von Francis Waeber  (Francis Waeber)
    Sollte hätte Fahrradkette. LH hat aus ungünstiger Ausgangslage wichtige Punkte eingetütet. Dass er ohne Stopp P3 gehalten hätte, ist nicht in Stein gemeisselt....;-))