Tief gerührt ging Lewis Hamilton nach seiner ersten Formel-1-Triumphfahrt im Ferrari kurz in die Knie, dann liess er sich von fast jedem im Zielraum herzen. Nach einer Geduldsprobe von 686 Tagen hat der Rekordweltmeister in Barcelona wieder einen Grand Prix gewonnen, erstmals gelang ihm das für die «Scuderia». «Es gibt einfach nichts Besseres», schwärmte der 41-Jährige nach seinem 106. Rennsieg in der Königsklasse. «Die waren alle besonders, aber dieser hier ist etwas Ausserordentliches», sagte der Brite.
Hamiltons Sieg kam nicht völlig aus dem Nichts. In den vergangenen Wochen war es stetig bergauf gegangen, am Sonntag sorgte er nun auch dank starker Ferrari-Strategie tatsächlich für den ersten Grand Prix des Jahres, der nicht von einem Mercedes gewonnen wurde. Mit dem Sieg ist die Hoffnung Ferraris zurückgekehrt – und die Jagd auf den ersten WM-Titel seit 2007 endgültig eröffnet.
WM-Kampf neu lanciert
Nach einem perfekten Rennen war der Ferrari-Jubel grenzenlos. «Ich kann euch nicht genug danken», funkte er an die Box. So meldete sich der siebenfache Weltmeister nach einer enttäuschenden Premieren-Saison bei Ferrari voll zurück. «Ich habe letztes Jahr einen Traum begonnen. Es sah nach einer unmöglichen Reise aus. Als Kind habe ich mir immer vorgestellt, wie es wäre, in diesem Auto zu gewinnen», sagte Hamilton.
In der Gesamtwertung festigte er seinen zweiten Platz, 41 Zähler liegt er noch hinter dem Italiener Antonelli. «Ich bin jetzt einfach glücklich», sagte ein sichtlich emotionaler Hamilton. Und blickte bereits voraus: «Es liegt noch ein langer, langer Weg vor uns, und sie (Mercedes) haben, wie man sieht, nach wie vor ein hervorragendes Tempo. Aber wir werden weiter daran arbeiten und versuchen, diesen Rückstand aufzuholen. Es ist noch nicht vorbei, so viel ist sicher.»