«Man of the Race» – Sergio Perez

Der ehemalige Sauber-Pilot Sergio Perez ist für SRF-Kommentator Michael Stäuble der «Man of the Race» beim GP von Bahrain.

Sergio Perez verfolgt Jenson Button. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Das Duell Sergio Perez verfolgt Jenson Button. Keystone

Noch selten gab es nach einem Rennen so viele Kandidaten:

Vettel mit seinem überragenden Sieg

Räikkönen mit seinem 6. Podestplatz im 8. Rennen von Bahrain, zum vierten Mal herausgefahren von einem Startplatz ausserhalb der Top 7.

Grosjean mit seinem Befreiungsschlag und seiner kämpferischer Leistung (im Gegensatz zu den 2-Stoppern Räikkönen und Di Resta musste er mit 3 Stopps jeden Rang hart auf der Strecke erkämpfen).

Di Resta mit seiner persönlichen Bestleistung auf seiner offensichtlichen Lieblingsstrecke. Es war zudem das beste Force-India-Ergebnis seit Sutils 4. Rang in Monza 2009.

Alonso, weil er mit einem lahmenden Auto (ohne DRS) auf Platz 8 fuhr, nachdem er wegen 2 Extra-Stopps (der DRS-Flap liess sich nicht mehr herunterklappen) vorübergehend auf Rang 17 abgerutscht war.

Aber the winner is: Sergio Perez, weil er mich heute am meisten verblüfft hat. Mit einem Klasse-Rennen, gegen alle Erwartungen, Verhaltens- und Teamregeln. Okay, mit dem Stallfrieden bei McLaren ist es wohl vorbei, dafür hat Perez' Reputation einen grossen Schub erhalten. Es gab sogar Lob von Teamchef Whitmarsh: «Starkes Rennen, genau das ist, was wir unter 'Racing' verstehen.» Sanften Tadel konnte er sich nicht verkneifen: «Er war doch zeitweise etwas zu kämpferisch.»

Wie einst bei Senna und Prost

Seit Malaysia überlagerte die Stallorder-Diskussion die Formel 1, und nun kommt Perez und attackiert in Bahrain den Teamkollegen Button unaufhörlich, über mehrere Runden, immer wieder (ich geb’s zu, einmal ging er zu weit, als er Buttons Hinterreifen beinahe aufgeschlitzt hätte, aber eben nur beinahe…). Da fällt mir höchstens Senna-Prost als Vergleich ein, ja, auch bei McLaren.

Mit dem Button-Schubser und dessen Protest schien die Sache gelaufen, denn Perez‘ Frontflügel war beschädigt. Perez fiel um 3 Plätze zurück. Endlich Ruhe!

Doch die beiden fanden sich nochmals, 12 Runden vor Schluss, und da setzte sich der Mexikaner endgültig durch. Das wars aber noch nicht. Er schnappte Alonso, ebenfalls flügelgeschädigt, in einem haarsträubenden Fight. Aber die Krone war, wie er in der letzten Runde Webber noch den 6. Rang abjagte. Grosses Kino!

Sauber – der Tiefpunkt ist erreicht

Ich hoffe es zumindest. Bahrain war von den bisherigen Strecken sicher jene, die dem Schweizer Team am wenigsten liegt. Schon im Vorjahr hatte Sauber nach dem fulminanten Saisonstart in Bahrain erstmals einen Nuller eingezogen. Heute waren für Hülkenberg auf Platz 12 die Punkte in weiter Ferne (26,2 Sekunden fehlten auf Platz 10). Das Fazit: «Wir waren schlicht zu langsam.» Die Schwäche in den langsamen Kurven hat man noch vom Vorjahresauto mitgenommen.

Barcelona sollte den Hinwilern wieder besser liegen. Dazu sollen zum Europa-Auftakt neue Teile den C32 schneller machen. Rookie Gutierrez wurde nach dem Start von P22 aus unglücklich in einen Crash verwickelt, bei dem er den Frontflügel verlor. Dennoch ist Rang 18, noch hinter dem Caterham von Pic, ein übler Rückschlag. Es braucht eine deutliche Steigerung, um der Negativspirale zu entrinnen.

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Formel 1: GP von Bahrain («sportpanorama»)

4:13 min, vom 21.4.2013