Michael Stäuble: «Die FIA hätte nicht urteilen dürfen»

Bei Mercedes knallen die Sektkorken: Die nicht reglementskonformen Reifentests nach dem Spanien-GP haben das Team vorwärts gebracht. Der Preis dafür - eine Verwarnung und der Ausschluss von den Young Driver Tests - ist für das Formel-1-Team ein Schnäppchen.

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Bildlegende: Michael Stäuble Der SRF-Kommentator ist mit dem Urteil der FIA nicht einverstanden. SRF

Alle Achtung: Das hatte Mercedes sehr clever gemacht. Den Automobil-Weltverband FIA mit ins Boot geholt, sich gegenüber Pirelli abgesichert, alles perfekt eingefädelt.

«Die FIA ist befangen»

Peinlich ist die Sache für die FIA. Sie hätte den Test nicht genehmigen und erst recht nicht in dieser Sache urteilen dürfen, denn sie ist befangen. Ein hoher FIA-Funktionär, Charlie Whiting, wohlverstanden seit Jahren zuverlässiger und integrer Regelhüter, soll das Einverständnis für die Mercedes-Tests nach Rücksprache mit der FIA-Rechtsabteilung gegeben haben. Das internationale Tribunal, eine Instanz der FIA, war in der Zwickmühle.

Naive Urteilsbegründung

In der Urteilsbegründung heisst es: «Mercedes hat in gutem Glauben gehandelt, es lag keine böse Absicht vor.» Bei allem Respekt: So naiv kann in der hartumkämpften Formel 1 doch niemand sein, oder?