Lüthi schielt auf den WM-Titel

Wenn am Sonntagabend in der Wüste Katars die neue Moto2-Saison startet, gehört der Schweizer Tom Lüthi zu den Topfavoriten auf den WM-Titel. Nach einer schwierigen letzten Saison hat der Emmentaler einiges nachzuholen.

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Tom Lüthi vor dem Saisonstart

3:11 min, aus sportaktuell vom 21.3.2014
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TV-Hinweis

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Tom Lüthis ersten Einsatz in der neuen Moto2-Saison können Sie live mitverfolgen. Am Sonntag übertragen wir den GP Losail in der Moto2-Klasse ab 18:10 Uhr auf SRF info und hier im Stream.

«Ich bin ready!» Mit einer gehörigen Portion Selbstvertrauen nimmt Tom Lüthi in Katar die neue Saison in Angriff. Dies hat damit zu tun, dass er unter ganz anderen Voraussetzungen in die Moto2-Saison startet als noch vor einem Jahr. Damals war er während der Vorsaison-Tests in Valencia schwer gestürzt und hatte sich komplizierte Brüche in Ellbogen und Oberarm zugezogen. Lüthi verpasste die ersten zwei Rennen und musste den WM-Titel abschreiben, noch bevor die Saison überhaupt begonnen hatte.

Nun ist der 125ccm-Weltmeister von 2005 wieder topfit. «Die Schmerzen hatte ich zwar schon während den letzten Rennen der abgelaufenen Saison im Griff», erzählt er, «was mir damals aber noch gefehlt hat, war die Kraft. Daran konnte ich nun während des Winters arbeiten. Jetzt kann ich wieder so richtig zupacken - und das ist ein gutes Gefühl.»

Konkurrenzfähiges Material

Dieses Jahr liefen die Vorsaison-Tests für den Emmentaler äusserst erfreulich ab. Lüthi war ständig bei den Schnellsten dabei, seine überarbeitete Suter-Maschine scheint konkurrenzfähig zu sein. «Ich denke, die beiden dominierenden Hersteller Suter und Kalex bewegen sich auf Augenhöhe», erklärt er.

Bei der Entwicklung des Chassis wie auch bei der Abstimmung der Maschine gehe es inzwischen nur noch um Kleinigkeiten: «Die Zeiten, in denen man Sprünge von einer halben Sekunde und mehr machen konnte, sind vorbei. Wir versuchen, da und dort etwas Kleines zu optimieren und dabei die eine oder andere Zehntelsekunde herauszuholen.»

«Habe etwas nachzuholen»

Lüthi ist also bereit und seine Angriffslust gross. «Ich habe schon das Gefühl, dass ich nach der letzten Saison etwas nachzuholen habe», sagt er vor seinem ersten Renneinsatz 2014. In Katar unterstrich er in den freien Trainings, dass mit ihm zu rechnen sein wird. Ein 2. und zwei 6. Ränge sowie Platz 4 in der Qualifikation lassen auf einen erfolgreichen Saisonstart hoffen - und mehr: «Ich will möglichst lange um den WM-Titel mitfahren», formuliert Lüthi seine Ziele und fügt mit einem Schmunzeln an: «Am liebsten bis zum letzten Rennen in Valencia.»

Allerdings steht Lüthi mit solchen Hoffnungen nicht alleine da. Weil in der Moto2 mit Einheitsmotoren gefahren wird, ist das Feld recht ausgeglichen und die Spitze entsprechend breit.

Wird 2014 das Jahr des Tom Lüthi?

Vorausgesetzt, Lüthi bleibt verletzungsfrei, könnte 2014 tatsächlich wieder seine Saison werden. Immerhin scheint das Glück auf seine Seite gewechselt zu haben. Denn auch in diesem Jahr blieb der Emmentaler bei den Tests von einem schweren Sturz nicht verschont. Allerdings überstand er seinen Abflug in Jerez ohne Schäden - was man von seinem Helm nicht sagen konnte, denn der wies einen bösen Spalt auf…