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Schweizer auf dem Weg zurück Dettwiler: «Die Schuld kann und darf man keinem geben»

18 Wochen nach seinem Horror-Crash spricht Noah Dettwiler zu den Medien – über die Schuldfrage, Ziele und seine Reha.

Lauscht man den Worten von Noah Dettwiler, erhält man zunächst kaum den Eindruck, dass nur 18 Wochen zuvor an jenem schicksalsvollen Tag alles an einem seidenen Faden hängt. Seine Karriere im Motorradsport, klar, aber vor allem: sein Leben. Dettwiler wird in Sepang auf der Besichtigungsrunde abgeschossen. Der 20-Jährige erleidet mehrere Herzstillstände, muss lange auf der Intensivstation bleiben.

Rund 4 Monate später präsentiert sich Dettwiler erstmals seit dem schweren Unfall den Medien. Gut gelaunt und voller Tatendrang erzählt er: «Ich habe schneller Fortschritte gemacht, als ich gedacht hätte. Die Brüche im Bein sind noch nicht ganz verheilt. Ansonsten ist alles gut, auch wenn ich noch ein paar Sachen spüre.»

Keine Erinnerungen an den Crash

An den Crash selbst kann er sich nicht mehr erinnern, doch Dettwiler hat die Kollision im Video analysiert. Moto3-Weltmeister José Antonio Rueda krachte ihm mit hoher Geschwindigkeit ins Heck.

Wir wissen, welches Risiko wir eingehen.

Wie würde der Solothurner die Schuldfrage beantworten? «Bei mir hat etwas nicht funktioniert, das sieht man im Video. Deswegen wurde ich viel langsamer. Wegen dem grossen Speed-Unterschied hat er mich übersehen. Die Schuld kann und darf man keinem geben, wir wissen, welches Risiko wir eingehen. Ich bin froh, geht es beiden gut, wir hatten Glück.» Er halte den Kontakt mit Rueda, ihn zu treffen, habe «beiden gutgetan».

Nächstes Ziel: italienische Supersport-Meisterschaft

Natürlich, will Dettwiler nicht verhehlen, habe er auch Zweifel gehabt während der langen Zeit im Spital, habe Rückschläge hinnehmen müssen. Es sei «sicher die schwierigste Zeit meines Lebens». Doch gerade dank der Unterstützung seines Umfelds könne er gut mit dem Unfall und dessen Folgen umgehen. Sein Motto: «Mit einem klaren Ziel vor Augen kommt man auch durch solche schwierigen Zeiten.»

Der Blick geht bereits wieder nach vorne. In den nächsten Wochen will Dettwiler wieder aufs Motorrad steigen. Bis dahin heisst es Vollgas geben in der Reha. Denn das grosse Ziel heisst italienische Supersport-Meisterschaft. Ende April will Dettwiler dort für das Team Kuja Racing am Start stehen.

Radio SRF 1, Abendbulletin von 18:45 Uhr, 2.3.26 ; 

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