GP2: Die Serie der Hoffnung

Mit seinem Titelgewinn in der GP2-Serie hat Fabio Leimer einen wertvollen Triumph errungen. Die Motorsportklasse gilt als Vorstufe für die Formel 1. Die beiden Rennserien unterscheiden sich insbesondere in finanzieller und technischer Hinsicht.

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GP2 vs. Formel 1: Fabio Leimer erklärt die Unterschiede

2:31 min, vom 2.11.2013

Die GP2-Serie, die 2005 die Formel 3000 als zweithöchste Motorsport-Kategorie abgelöst hat, gilt als Sprungbrett für die Formel 1. Arrivierte F1-Piloten wie Lewis Hamilton (2006) oder Romain Grosjean (2011) reihten sich in der Vergangenheit unter die Gesamtsieger.

Titel ist kein Freipass für die Formel 1

Doch für den Schweizer Fabio Leimer wird der Einstieg in die Formel 1 trotz Titelgewinn alles andere als einfach: Der letztjährige Champion Davide Valsecchi (It) ist beispielsweise in der F1 «nur» als Ersatzfahrer bei Lotus tätig.

Wegen der hohen finanziellen Aufwendungen in der «Königsklasse» muss ein Fahrer bei den meisten F1-Rennställen mehrere Millionen mitbringen, um einen Vertrag zu erhalten. Selbst wenn er wie Leimer den Titel gewinnen konnte.

Zwei Rennen pro Wochenende

Eine Besonderheit der GP2-Serie ist die Punktewertung: An jedem Wochenende werden zwei Rennen ausgetragen. Beim Hauptrennen am Samstag, das über 170 km bzw. 60 Minuten führt, erhält der Sieger wie in der Formel 1 25 Punkte. Im Sprintrennen am Sonntag (120 km bzw. 45 Minuten) gibt es 15 Punkte für Rang 1.

Dazu wird jeweils die schnellste Runde mit 2 sowie die Pole Position am Samstag mit 4 Bonuspunkten belohnt. An einem Rennwochende kann ein Fahrer also maximal 48 Zähler dazu gewinnen. Die Saison 2013 umfasste insgesamt 22 Rennen, allesamt wurden im Vorprogramm eines F1-GP durchgeführt.

Einheitliche Technik

Technisch unterscheidet sich die GP2-Serie stark von der weitaus kostspieligeren Formel 1. Die einheitlich ausgerüsteten Fahrzeuge sind mit rund 620 PS starken V8-Motoren unterwegs (im Gegensatz zu rund 750 PS in der F1). Weil die GP2-Motoren zudem eine tiefere Drehzahl aufweisen, liegen die Rundenzeiten in den Rennen bis zu 10 Sekunden über jenen eines F1-Wagens.

Fabio Leimer gewinnt GP2-Serie («tagesschau»)

1:15 min, vom 2.11.2013

«Der optisch grösste Unterschied liegt beim Steuerrad», erklärt Fabio Leimer. «Bei uns ist alles einfacher eingerichtet. Auch die kleinen Seitenflügel, die in der Formel 1 der Aerodynamik dienen, fehlen bei uns.» Front- und Heckflügel seien in der GP2-Klasse zudem leicht grösser, so der Aargauer.

Formel 1 für Leimer «ein Ziel»

Ob der Titelgewinn zum Türöffner zur Formel 1 wird, mag Leimer nicht zu beurteilen. «Wir stehen in Kontakt mit verschiedenen Teams», sagte er vergangene Woche gegenüber der Fachzeitschrift Automobilrevue.

«Ich konzentriere mich auf den GP2 und hoffe dann auf die Formel 1. Dieses Ziel haben wir so lange verfolgt, dass wir es nun nicht aus den Augen lassen, bis wir wissen, ob es erreichbar ist oder nicht.»

GP2-Weltmeister seit 2005

JahrNameGeburtKarriere in der Formel 1
2013Fabio Leimer (Sz)17.07.1989?
2012Davide Valsecchi (It)24.01.1987Kein GP-Start, Testfahrer bei Lotus
2011Romain Grosjean (Fr)17.04.19868 Podestplätze in 42 Rennen (aktuell Lotus)
2010Pastor Maldonado (Kol)10.03.19851 GP-Sieg in 55 Rennen (aktuell Williams)
2009Nico Hülkenberg (De)19.08.198754 GP-Rennen (aktuell Sauber)
2008Giorgio Pantano (It)04.02.197914 GP-Rennen (nicht mehr aktiv)
2007Timo Glock (De)18.03.19823 Podestplätze in 91 Rennen (fährt DTM)
2006Lewis Hamilton (Gb)07.01.1985Weltmeister 2008 (aktuell Mercedes)
2005Nico Rosberg (De)27.06.19853 GP-Siege in 144 Rennen (aktuell Mercedes)