«Jeder Sieg ist kompliziert», waren Marco Odermatts Worte nach seinem 5. Riesenslalom-Triumph in Serie am Chuenisbärgli. Kompliziert? Einfach hatten es die Bedingungen bei seinem jüngsten Kunststück nämlich überhaupt nicht gemacht.
Heftiger Schneefall und schlechte Sicht. Und doch kurvte der Nidwaldner bei seinem 51. Weltcupsieg die Piste runter, als gäbe es nichts Einfacheres. Auch wenn für alle Fahrer die gleichen Bedingungen herrschten, schien es fast, als würde Odermatt auch dann noch etwas sehen, wenn es andere nicht mehr tun. «Es ist wahrscheinlich eher mein Gefühl», erklärte er. «Ich habe versucht, meinen Plan umzusetzen und nach vorne zu pushen.»
Odermatt bedankt sich bei den Verantwortlichen
Trotz der Tatsache, dass sich der 28-Jährige im 2. Lauf als Letzter in den Hang stürzte, war der Zustand der Piste noch mehr als wettbewerbsfähig. «Da muss ich den Verantwortlichen ein Riesen-Kompliment machen. Mit der letzten Nummer noch voll angreifen zu können, ist nicht selbstverständlich.»
So konnte Odermatt in beiden Läufen aus dem Vollen schöpfen. «Ich habe meine Ski gut gespürt, konnte mich gut bewegen, auch wenn am Ende die Beine begonnen haben zu brennen.» Im Ziel war davon von aussen aber nichts zu sehen. Frenetisch wurde der jetzt alleinige Adelboden-Rekordsieger von den Fans gefeiert, als seine Zeit grün aufleuchtete. Ein Moment, den Odermatt beim Heimweltcup einmal mehr genoss. «Mega – hier zu gewinnen ist das Grösste. Die Emotionen und diese Freude zu spüren, das ist genial.»
Odermatt blickte bereits nach vorne: «Ich hoffe, das gelingt mir nächstes Jahr wieder. Nicht wegen der Serie, sondern, um hier zu gewinnen.» Bei einer Leistung wie heuer dürfte das für die anderen Athleten schwierig zu verhindern sein. Mit seinem 46. Weltcup-Podest schloss Odermatt zu Michael von Grünigen und Vreni Schneider als erfolgreichste Schweizer Riesenslalom-Fahrer auf.