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FIS kontert Näpflin-Kritik «Wir haben immer betont, dass lokale Regeln Vorrang haben»

Nach der Kritik im «sportpanorama»: Die FIS äussert sich zu den Vorwürfen von Lauberhorn-OK-Präsident Urs Näpflin.

Normalerweise hätte Urs Näpflin am vergangenen Sonntagabend wohl eine erste Bilanz gezogen. Der OK-Präsident der Lauberhorn-Rennen hätte sich vielleicht gefragt, wie zufrieden er mit seinem Schutzkonzept ist. Oder, ob nun die Werbung am Hundschopf funktioniert hat. Doch normal ist bekanntlich aktuell wenig, die wohl schönsten Rennen des Jahres fielen der Corona-Pandemie zum Opfer.

Video
Das Gespräch mit Studiogast Urs Näpflin
Aus sportpanorama vom 17.01.2021.
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Und so sass Näpflin am Sonntagabend im «sportpanorama», wo er unmissverständlich klarmachte, wie sehr ihn die Absage des Events ärgerte. Explizit echauffierte er sich auch über das Verhalten der FIS: «Die Taskforce hat sich selbst zu einem beratenden Gremium degradiert. [...] Für mich ist es unerklärlich, dass sie ihre Verantwortung nicht wahrgenommen, sich nicht zu Wort gemeldet haben.»

FIS betont beratende Funktion

Die FIS äusserte sich tags darauf auf Anfrage von SRF schriftlich zu den Vorwürfen Näpflins. Der Ski-Weltverband betont: «Die FIS hat in ihren Richtlinien zu Covid-19 immer klar festgehalten, dass lokale oder nationale Regeln und Gesetze stets Vorrang haben.»

Im Fall der Rennen in Wengen sei der Entscheid, die Veranstaltungserlaubnis wieder zu entziehen, durch den Kanton Bern getroffen worden. Wenngleich der Beschluss in Beratung mit der FIS und dem lokalen Veranstalter getroffen worden sei.

Englischer Auszug aus den Präventions-Richtlinien der FIS

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Event Organisers shall ensure that adequate measures are in place to protect the health of all participants and that they can have access to immediate medical care. Preventative measures to stop transmission of infection as well as mitigation measures to minimise the risk of infection shall be put in place.

The Local Organising Committee is required to include responsible Health Authorities to support its work with establishing the appropriate measures and to stay updated in terms of latest developments and local regulations. Local/National regulations prevail over the requirements and recommendations in these guidelines.

(FIS Covid-19 Prevention Guidelines, Seite 4)

Näpflin war sauer aufgestossen, «dass sich die Taskforce nicht mehr zu Wort gemeldet hat.» Er musste indes auch eingestehen, dass hinter der Durchführung der Rennen wegen der erheblichen Mengen an Neuschnee auch meteorologische Fragezeichen gestanden wären.

Finanziell droht den Lauberhorn-Rennen dank einer Versicherung kein Hammer. Und wenn im nächsten Jahr dann (hoffentlich) wieder über Hundschopf und Minsch-Kante gerast werden kann, ist der Zwist bestimmt Schnee von gestern.

SRF zwei, sportpanorama, 17.01.2021, 18:30 Uhr;

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3 Kommentare

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  • Kommentar von Peter Müller  (PeRoMu)
    Wengen kann froh sein, wenn die Lauberhornabfahrt auch künftig im Weltcup-Kalender ihren Platz hat. Denn diese Abfahrt hat zwar sehr viel Tradition und findet vor atemberaubender Kulisse statt (Eiger, Mönch und Jungfrau). Aber abgesehen davon ist's meines Erachtens eine ausgesprochen langweilige Abfahrt. Und wenn - abgesehen vom Material - eine einzige Stelle ('Brüggli-S') über Sieg oder Niederlage entscheidet, ist das weder sportlich fair noch für die Zuschauer/-innen interessant.
    1. Antwort von Reto von Siebenthal  (Retoli)
      Sie sind kein guter Lauberhorn Abfahrts Kenner!!! Nicht nur das Kernen S entscheidet sondern auch das Ziel S, das ist schon manch einem zum Verhängnis geworden, auch die minschkante hat es in sich! Das Material ist bei jedem Rennen gleich wichtig und entscheidet oft über Sieg und Niederlage! Langweilig ist sie keineswegs sonst Würden wohl kaum jedes Jahr über 1million Zuschauer vor Glotze hocken und ca.50’000 am Berg Stimmung machen!
  • Kommentar von Roger Ebischer  (RO.Ebi)
    Urs Näpfli hat nicht unrecht, wenn er sagt, dass gewisse Boulevard Zeitungen die Situationen um Covid nur noch verschlimmern. Die Situation wird auf Kosten der Leser und der Situation schamlos ausgenutzt. Es werden Behauptungen als wahr genommen und so in jeder Zeitung als neuste Erkenntnis verbreitet, ohne die Richtigkeit der Meldungen zu hinterfragen.