FIS prüft Vonn-Antrag für Start bei den Männern

Lindsey Vonn ist ihrem Ziel, einmal bei einer Männer-Weltcupabfahrt an den Start zu gehen, einen kleinen Schritt näher gekommen. Doch ihr weht auch ein steifer Wind entgegen.

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Bildlegende: Kommt ihrem Ziel einen kleinen Schritt näher Lindsey Vonn. Getty Images

Vor einer Woche war bekannt geworden, dass der US-Verband (USSA) Lindsey Vonns Wunsch, einmal eine Weltcup-Abfahrt bei den Männern zu fahren, unterstützt. Die USSA reichte beim Ski-Weltverband FIS einen entsprechenden Antrag ein.

Die FIS entschied bei einem Treffen der Exekutiv-Mitglieder am Dienstag in Zürich, diesen Antrag zumindest zu prüfen. Bei der nächsten Sitzung im Mai soll der Antrag auf der Tagesordnung stehen. Es gebe Unterstützung unter den Mitgliedern des Exekutiv-Komitees, «aber auch viele Punkte, die noch geklärt werden müssen», sagte USSA-Direktor Patrick Riml.

«  Warum tritt sie nicht in Beaver Creek, Kitzbühel oder Gröden an? »

Andreas Puelacher
ÖSV-Renndirektor

Ein Start in Lake Louise als Wunsch

Vonn, die 77 Weltcup-Rennen gewonnen hat, will in der Saison 2018/19 einmalig bei den Männern starten. Ins Auge gefasst wurde das Abfahrtsrennen im November 2018 in Lake Louise.

Die 32-Jährige will ihrer Sportart damit zu mehr Aufmerksamkeit verhelfen, doch es gibt auch Kritiker in der Szene. Andreas Puelacher, Cheftrainer der österreichischen Alpinfahrer, sagte etwa gegenüber der APA: «Das ganze Theater gibt es nur, weil Frau Vonn unbedingt und nur bei einem bestimmten Rennen gegen die Männer fahren will. Warum tritt sie nicht in Beaver Creek, Kitzbühel oder Gröden an?»

Eine Frage der Fairness?

Weniger hitzig diskutiert FIS-Renndirektor Markus Waldner die Sache: «Ich persönlich hätte kein Problem, wenn Lindsey mitfährt. Aber wenn sie in der ersten Kompression auf die Schnauze fällt, möchte ich keine Verantwortung tragen müssen.»

Doch der Südtiroler äussert weitere Bedenken. wie andere Top-Abfahrerinnen reagieren würden. «Ist das fair, nur weil sich die Prinzessin exklusiv ins Rampenlicht setzen will?», fragt er. Klar ist so oder so: Das letzte Wort ist noch lange nicht gesprochen.

Sendebezug: Radio SRF 3, Morgenbulletin, 4.10.2017, 08:00 Uhr