Mehr als Gut

Innerhalb des Schweizer Frauenteams überstrahlt die Gesamtleistung von Lara Gut alles, was im Weltcup-Winter sonst noch gewesen ist. Nichtsdestotrotz gibt es da noch mehr. Schöne Überraschungen zum Beispiel, ein gebremster Aufstieg oder grosse Erfolge auf der zweithöchsten Stufe.

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Lara Guts starke Saison

3:17 min, aus sportpanorama vom 16.3.2014

Sieben Weltcupsiege. Das hat in diesem Winter nur eine geschafft. Nicht Fenninger, Höfl-Riesch oder Shiffrin, auch nicht bei den Männern ein Ligety, Hirscher oder Svindal. Sieben Weltcupsiege hat nur Lara Gut heraus gefahren. Das allein zeigt, wie stark die Tessinerin in den letzten Monaten unterwegs war.

Lara Gut hat in diesem Winter mehfach gesagt, es sei ihr lieber, auch mal auszuscheiden, dafür dann aber richtig schnell zu sein, wenn sie ins Ziel kommt. Halb gut interessiert sie nicht. Das hat sie einerseits zwar im Kampf um den Gesamtweltcupsieg zurückgeworfen, andererseits aber überhaupt erst in diesem Kampf hinein gebracht. Und letztlich wird genau dieses Denken sie nächstes und übernächstes Jahr noch weiter nach vorne tragen.

Gisin ins Olympia-Rampenlicht

Nur bei den Olympischen Spielen hat es für Lara Gut nicht ganz wunschgemäss geklappt. Dort ist eine andere in den Mittelpunkt der Aufmerksamkeit gefahren. Die Geschichte von Dominique Gisin bedarf hier nicht noch einmal ausführlicher Erwähnung. Alle, die es gesehen haben, werden die Emotionen der Olympiasiegerin in der Abfahrt nicht wieder vergessen.

Sonst war Gisins Winter eher mässig, genau gleich wie auch die letzte Weltcup-Saison von Fränzi Aufdenblatten. Bis auf ihr allerletztes Rennen. Der Podestplatz von Aufdenblatten bei ihrem Abschied war eine schöne Überraschung. Und genau gleich wie bei Gisins Gold wäre auch diese Episode eigentlich zu kitschig, wenn sie nicht wahr wäre.

Das Potenzial von Kaufmann-Abderhalden

Kitschpotential hätte auch der Winter von Marianne Kaufmann-Abderhalden gehabt. Sie stieg auf zu einer der besten Abfahrerinnen, wurde dann aber von Knieschmerzen gebremst.

Hoffentlich ist das medizinisch in den Griff zu kriegen, dann wird die Schwester des Schwingerkönigs in einem Jahr bis zum Schluss um die Kristallkugel in der Abfahrt mitfahren und – wer weiss - Königin ihrer besten Disziplin.

Prinzessinnen aus dem Europacup

So wie Lara Gut im Super-G in diesem Jahr. Oder so, wie die Prinzessinnen dieses Winters: Auf den Thron eine Stufe unterhalb des Weltcups haben sich gleich zwei Schweizerinnen gesetzt. Michelle Gisin und Corinne Suter belegten in der Gesamtwertung des Europacups die Ränge eins und zwei. Sie können sich ab sofort höhere Ziele stecken.

Im nächsten Jahr finden die Weltmeisterschaften in Beaver Creek statt. Dort standen diesen Winter Weltcuprennen auf dem Programm, Lara Gut gewann die Abfahrt und den Super-G und auch die anderen Schweizerinnen waren stark. So sind nicht zuletzt auch die Perspektiven gut. Mehr als gut.