Beaver Creek als Rettungsanker?

Erst ein Weltcup-Wochenende haben die Speed-Fahrer diesen Winter absolviert und schon ist die Verunsicherung im Schweizer Lager immens. Gelingt in Beaver Creek eine Steigerung, würde das viel Druck von Swiss-Ski nehmen.

Mit dem historischen Debakel in Lake Louise und der schlechtesten Abfahrtsleistung der Weltcup-Geschichte hat der Ski-Winter für die Schweizer Speed-Fahrer mit einem Debakel begonnen. Die Verunsicherung ist gross. «Ich bin schockiert», liess Trainer Osi Inglin verlauten.

So erstaunt es nicht, dass ein Fahrer wie Patrick Küng, der im Super-G seine Bestleistung egalisierte (10.), als einziger zufrieden sein durfte. Der 28-jährige Glarner - ein Spätzünder, der sich erst vor 3 Jahren im Weltcup etabliert hatte – hofft, dass es in Beaver Creek weiter aufwärts geht. Nach Hüftproblemen gehe es immer besser, freut sich Küng, der in Beaver Creek noch nie in die Top Ten gefahren ist.

Janka: Gute Erinnerungen an Triple

Ganz anders Carlo Janka, der beste Erinnerungen an die Station im US-Bundestaat Colorado hat: 2009 legte er mit einem Dreifach-Sieg (Super-Kombi, Abfahrt, Riesenslalom) das Fundament zu seiner bislang besten Saison, in der er den Gesamtweltcup sicherte. Davon ist der im Moment vor allem mit Materialabstimmungen beschäftige Bündner weit entfernt.

Janka ist zuversichtlich, dass er in Beaver Creek den Turnaround schaffen wird – auch wenn die Ziele tiefer sind als auch schon: «Ich bin zuversichtlich, dass ich am kommenden Wochenende meine ersten Weltcuppunkte hole.» Selbstvertrauen geben dem Riesenslalom-Weltmeister und –Olympiasieger der 8. Rang im 2. Abfahrtstraining. Dies sei wieder mal ein Schritt in die richtige Richtung gewesen, so Janka.

Gute Erinnerungen an Beaver Creek hat auch Sandro Viletta, der vor Jahresfrist völlig überraschend den Super-G für sich entschied. Der Bündner konnte das Resultat zwar nie bestätigen, aber ein Exploit dieser Güte könnte ein Befreiungsschlag für das ganze Schweizer Team bedeuten.

Zuzutrauen ist dies dennoch am ehesten Teamleader Didier Défago, der in Beaver Creek erst einmal auf dem Podest stand (2. In der Super-Kombi 2009). Aber in der aktuellen Situation wären bereits Top-Ten-Plätze Balsam auf die Schweizer Wunden.