Kristoffersen schlägt wieder zu, Hirscher dreht auf

Henrik Kristoffersen liefert im Nachtslalom von Schladming eine weitere Kostprobe seiner unangefochtenen Dominanz. Marcel Hirscher preschte nach einem Missgeschick mit seiner Brille vom 22. auf den 2. Platz. Nicht ganz so weit nach vorn spülte es die Schweizer.

Das Podest

  • 1. Henrik Kristoffersen (No) 1:42,20
  • 2. Marcel Hirscher (Ö) + 0,61
  • 3. Alexander Choroschilow (Russ) + 0,77

Der Überflieger

Gegen Henrik Kristoffersen ist kein Kraut gewachsen. Der norwegische Shootingstar feierte im 7. Slalom bereits den 6. Saisonsieg – den 4. in Folge. Auf diese Bilanz angesprochen fragte er im Ziel rhetorisch: «Was soll ich da noch sagen?»

Eine Champagnerdusche mit Kristoffersen & Hirscher

0:28 min, vom 26.1.2016

Wie vor zwei Tagen befand sich der 21-Jährige zunächst in Rückklage. Er verlor im Flutlicht-Spektakel von Schladming als Dritter des 1. Laufes bereits 1:10 Sekunden auf die Bestzeit. Aus ihm unerfindlichen Gründen, wie er anfügte.

Doch bei der Reprise rückte Kristoffersen die Hierarchie zurecht und setzte sich an die Spitze. Er profitierte dabei auch vom Ausfall des Führenden Felix Neureuther (De), der mit dem 12. Weltcup-Sieg vor Augen einfädelte.

Die Aufholjagd

Die Geschichte des Tages schrieb allerdings Marcel Hirscher. Sie trägt den Titel: «Nach dem Fauxpas die Wiedergutmachung». So gehörte auf der Planai die Rolle des (vermeintlichen) Pechvogels zunächst Marcel Hirscher. Der Österreicher, der in dieser Saison zuvor in 6 Slaloms 5 Mal auf dem Podest gestanden hatte, klagte nach dem 1. Lauf über eine beschlagene Skibrille.

«  Diese Schadensbegrenzung ist mega. »

Marcel Hirscher

Marcel Hirschers Skibrille ist beschlagen. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Marcel Hirscher Ihm fehlte im 1. Durchgang der Durchblick. Reuters

Grund dafür war die verkehrte Montur des Glases, sein Servicemann vertauschte die Innen- und die Aussenseite. Der «Blindflug» trug Hirscher darum zur Halbzeit nur den 22. Rang ein.

Mit der Wut im Bauch legte der 26-Jährige – diesmal mit glasklarem Blick – eine fulminante Aufholjagd hin und musste sich in der Endabrechnung nur Kristoffersen beugen. Vom verrücktesten Rennen überhaupt sprach er hinterher. «Diese Schadensbegrenzung ist mega. Klar, die Piste hat mitgespielt, aber ich bin im 2. Lauf auch gut gefahren», sagte er. Zudem verdrängte Hirscher den verletzten Aksel Svindal von der Spitze des Gesamtweltcups.

Der 3. Podestplatz ging mit weiteren 15 Hundertsteln Rückstand an den Russen Alexander Choroschilow.

Die Schweizer

  • 13. Daniel Yule + 1,71
  • 17. Ramon Zenhäusern + 2,15
  • Out im 2. Lauf: Luca Aerni

Yule prescht noch nach vorn

1:02 min, vom 26.1.2016

Das für den 2. Lauf qualifizierte Trio von Swiss-Ski konnte eine dürftige Ausgangslage noch aufmotzen. Den Schweizern kam – wie auch Hirscher – auf dem griffigen Schnee die frühe Startnummer zugute. So schob sich Teamleader Daniel Yule vom 30. auf den 13. Rang und stoppte damit den Abwärtstrend mit zuletzt 2 Ausfällen. Ramon Zenhäusern, der Überraschungsmann von Adelboden (7.), realisierte als 17. sein zweitbestes Weltcup-Ergebnis.

Dagegen scheint Luca Aerni in der Negativspirale gefangen zu sein. Der Berner, zunächst als 23. noch bester klassierter Schweizer, setzte den 2. Lauf in den Schnee. Damit zog er bereits den 3. Nuller in Serie ein.

Das weitere Programm

Bevor der Tross auf die weite Reise nach Südkorea und Japan aufbricht, macht er am Wochenende in Garmisch-Partenkirchen Halt. Dort stehen am Samstag eine Abfahrt und tags darauf ein Riesenslalom an.

Sendebezug: SRF zwei, sportlive, 26.01.2016 17:40/20:40 Uhr

Witziger Doppelpass zwischen Janko und Hirscher