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Überraschendes Karriereende «Will Leben nicht riskieren»: Hintermann verkündet Rücktritt

  • Paukenschlag im Ski alpin: Niels Hintermann gibt vor laufender Kamera seinen Rücktritt bekannt.
  • Dem 30-jährigen Zürcher ist das körperliche Risiko zu gross.
  • Hintergrund ist der Lymphdrüsenkrebs, den Hintermann Anfang 2025 besiegte.

Vor der Abfahrt in Courchevel rätselte man: Warum steht Niels Hintermann nicht am Start? Nach dem Rennen gab der Zürcher darauf gleich selbst die Antwort – und die hatte es in sich: «Der Grund ist einfach: Ich bin fertig mit Skifahren. In Crans-Montana war mein letztes Rennen. Ich bin nicht mehr bereit, mein Leben so zu riskieren, wie ich es müsste.»

Bei Hintermann war im Oktober 2024 Lymphdrüsenkrebs diagnostiziert worden. Dank Chemotherapie konnte er die Krankheit bis Februar 2025 besiegen, doch sie hinterliess Spuren. «Ich habe ein zweites Leben geschenkt bekommen. Und deshalb möchte ich dieses nicht mehr so aufs Spiel setzen.»

Auf Körper und Kopf hören

Wenn man in einer Abfahrt nicht Vollgas gebe, «wird es gefährlich», so Hintermann weiter. «Und ich möchte zu meinen Bedingungen aufhören, ohne dass ich in einem Netz zappeln muss.»

Hintermann lässt tief blicken: «Ich hatte eine Panikattacke nach der anderen. Letzte Woche haben wir dann nochmals alles Mögliche probiert, auch mit Hypnose. Und es hat sich die ganze Woche gut angefühlt, aber sobald ich an den Start ging, sagten mein Körper und mein Kopf: nein.»

Zu Hintermanns grössten Erfolgen gehören die zwei Abfahrts-Weltcupsiege in Kvitfjell (NOR) in den Jahren 2022 und 2024. 2017 gewann er überraschend die Alpine Kombination in Wengen. Insgesamt absolvierte er 106 Weltcuprennen, wobei er siebenmal auf dem Podest stand.

Hintermanns drei Weltcupsiege

Odermatt: «Grosses Kompliment»

Die Rücktrittsnachricht kam für alle überraschend, auch für Hintermanns Teamkollege Marco Odermatt. Der frischgebackene Gesamt- und Abfahrtsweltcupsieger sagte: «Das trifft mich gerade wirklich. Wir haben im Weltcup einige Jahre zusammen erlebt. Ein grosses Kompliment an ihn, was er gezeigt hat. Vor allem im letzten Jahr. Das kann man nicht hoch genug einstufen.»

SRF zwei, sportlive, 13.03.2026, 10:45 Uhr ; 

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