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Weltcup Männer Russi: «Hirscher ist nie stehen geblieben»

Mit dem 4. Gewinn des Gesamtweltcups in Serie hat Marcel Hirscher Geschichte geschrieben. SRF-Experte Bernhard Russi erklärt das Erfolgsrezept des Salzburgers, der nun endgültig zu einem der ganz Grossen im Ski-Zirkus gereift ist.

Marcel Hirscher ist ein Phänomen. Mit gerade mal 26 Jahren hat der Mann aus Annaberg im Salzburgerland bereits zum 4. Mal die grosse Kristallkugel gewonnen. In der ewigen Bestenliste hat er damit mit Ski-Legenden wie Gustav Thöni, Pirmin Zurbriggen und Hermann Maier gleichgezogen – nur Marc Girardelli hat die Nase als fünffacher Sieger des Gesamtweltcups noch vorne. Jedoch gelang es nicht einmal Girardelli, sich gleich viermal in Serie zum besten Skifahrer der Saison zu küren.

Während die meisten Zuschauer ob der fast schon unheimlichen Dominanz von Hirscher nur noch staunen können, ist diese für SRF-Experte Bernhard Russi schon lange keine Überraschung mehr. Der profunde Ski-Kenner sieht das Erfolgsrezept des Österreichers vor allem in vier Kernpunkten verankert:

  • Wille zur Verbesserung: Hirscher treibt ein unbändiger Wille an. Sein Wunsch nach Perfektion erlaubt es ihm, sich stets zu verbessern. Gemäss Russi hat der Salzburger in jeder Phase seiner Karriere dazugelernt. «Er ist nie stehen geblieben, hat sich nie mit seinem Level zufrieden gegeben».
  • Körpergefühl: Motocross, Hochseil-Akrobatik, Klettern, Kajak fahren etc. Diese Aufzählung könnte fast beliebig weitergeführt werden. Auch neben den Ski-Pisten ist Hirscher ein wahrer Bewegungskünstler, betreibt diverse Freestyle-Sportarten. Russi sieht darin einen enormen Vorteil gegenüber der Konkurrenz: «Er hat seinen Körper wie kein Zweiter unter Kontrolle. Die ganze Feinmotorik ist bei ihm stimmig.»
  • Voller Einsatz: Für Hirscher gilt nur ein Leitsatz: Gib stets Vollgas. Eine berechnende Fahrweise mit angezogener Handbremse ist gemäss Russi nichts für den 26-Jährigen. Nur mit seiner Maximalleistung sei Hirscher in seinem Element und könne die nötigen Automatismen abrufen. «Sein Naturel ist es, immer ans Limit zu gehen. Dann fühlt er sich am besten.»
  • Coaching: Seit Jahren wird der österreichische Ausnahmekönner im Weltcup doppelt betreut. Neben dem ÖSV-Verband trainiert ihn auch sein Vater Ferdinand, der seinen «Schützling» zu jedem Rennen begleitet. Russi betrachtet diese Mischung aus Team und Familie als wichtigen Grundstein seines Erfolgs: «Dieser Mix funktioniert absolut perfekt».

Sendebezug: SRF zwei, sportlive, 21.03.15 09:50 Uhr

5 Kommentare

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  • Kommentar von jean passant, thun
    Der Schweiz fehlt ein Skistar. Norwegen hat Jansrud, Svindal, Kristofferson, Frankreich Pinturault, Deutschland Neureuther und Dopfer, die USA Ligety Shiffrin und Vonn, Österreich Hirscher und Fenninger, Russland Choroschilow und Slowenien Maze. Janka müsste bei Swiss Ski diese Rolle übernehmen, aber ihm fehlt wie auch dem übrigen Team, abgesehen von Lara Gut, der Biss. Bequemlichkeit führt nicht zur Spitze.
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    1. Antwort von W. E, Kt. Zürich
      Betrachtet man es aber genauer, haben die Österreicher im Slalom & RS auch nur Hirscher. :-) Und in der Abfahrt haben sie erst diese Saison nach 10 Jahren wieder Siege einfahren können. Wir sind Weltmeister in dieser Disziplin!:-) Und die Deutschen haben nur Neureuther & Dopfer im RS & Slalom. Bei Russland ist Choroschilow auch der einzige Athlet, den sie im WC haben & wer kommt bei den Slowenen nach Maze? Fazit: Breit gut aufgestellt wird auf längere Sicht die klügere Strategie sein.
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    2. Antwort von Farl Kreshner, adelboden
      Sie haben wohl keine Ahnung wie hart eine Saisonvorbereitung ist. Vom Sofa aus einen Athleten Bequemlichkeit vorzuwerfen ist unanständig und zeugt von Ahnungslosigkeit! Ich kann sie aber beruhigen. Im Nachwuchs wird sehr hart und gut gearbeitet. Wir werden bald einige junge Fahrer an die Spitze bringen!!
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    3. Antwort von W. E, Kt. Zürich
      Tatsache ist, dass unsere Athleten um wieder gute Startnummern zu ergattern sehr viel mehr haben trainieren & arbeiten müssen, als die Favoriten von letzter Saison. Die können immer vom Vorjahr profitieren, da ist das Siegen leichter. Fairerweise sollte jede Saison wieder bei Null angefangen werden müssen. Denke, es gäbe manche Überraschung, die Rennen wären noch spannender, auf alle Fälle viel offener & gerechter allen Athleten gegenüber.
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    4. Antwort von Giacomo da Silva, Aargau
      @W.E.: Das ist doch bei allen Profi-Sportarten so der Fall, dass die besseren es leichter haben gegenüber den schwächeren. Der als #1 gesetzte Spieler spielt niemals gleich in der ersten Runde gegen den als #2 Gesetzten. BRA und D werden bei der WM ja auch nicht gleich derselben Gruppe zugelost. Und, und, und...Einem wie Federer, Hirscher, etc. wurde die bessere Platzierung nicht geschenkt, sondern sie haben sie sich hart erarbeitet. Sie haben es geschafft nach vorne zu kommen.
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