Travis Ganong siegt - Ralph Weber sensationell

Der Amerikaner Travis Ganong hat überraschend die verkürzte Abfahrt in Santa Caterina gewonnen. Didier Défago und Ralph Weber fuhren in die Top 10. Auch der junge Urs Kryenbühl überzeugte.

Als 10. erreichte Ralph Weber sein mit Abstand bestes Weltcup-Ergebnis und durfte sich über die ersten Punkte auf höchster Stufe freuen. Der 21-jährige St. Galler hatte sich zuvor erst einmal in den Top 30 klassiert - 2012 war er beim Saisonfinal in Schladming 22. im Super-G geworden.

Ralph Weber wird abgewunken

0:55 min, vom 28.12.2014

Webers doppelte Arbeit

Seine Leistung ist umso höher einzustufen, weil er aufgrund eines Sturzes des vor ihm gestarteten Tyler Werry (Ka) abgewunken wurde und nochmals zum Starthaus hinaufgefahren wurde. Erst als 46. Fahrer nahm er die Piste nochmals in Angriff - und büsste auf Sieger Travis Ganong nur 1,01 Sekunden ein.

Défago bester Schweizer

Weber lag damit nur drei Hundertstel hinter Didier Défago, der als 9. bester Schweizer wurde. Sandro Viletta (12.) und Carlo Janka (14.) fuhren in die Top 15. Mauro Caviezel (19.) holte mit Startnummer 38 erstmals Abfahrts-Weltcuppunkte.

Geglücktes Kryenbühl-Debüt

Dass bis zuletzt gute Zeiten möglich waren, bewies Urs Kryenbühl. Der 20-jährige Schweizermeister fuhr mit Startnummer 51 bei seinem ersten Weltcup-Start als 25. gleich in die Punkte.

Ganongs grösster Tag

Dem Tagessieg sicherte sich Ganong. Der Amerikaner schuf die Differenz zu seinen schärfsten Verfolgern Matthias Mayer (Ö) und Dominik Paris (It) auf dem unteren Teil und feierte seinen 1. Weltcupsieg. Bisheriges Bestergebnis des 26-jährigen Kaliforniers war der 3. Rang letzte Saison in Kvitfjell gewesen. Zudem hatte er als 5. in der Olympia-Abfahrt von Sotschi überzeugt.

Osborne-Paradis' Rettungsaktion

0:22 min, vom 28.12.2014

Schwieriges Rennen

Die Skepsis vor der ersten Männer-Abfahrt in Santa Caterina war gross gewesen: Die Piste «Deborah Compagnoni», auf der in der Regel die Frauen antreten, biete zu wenig Schwierigkeiten. Dazu kam, dass wegen starker Winde auf dem oberen Abschnitt die Strecke auf 2685 Meter und damit gut 90 Fahrsekunden verkürzt wurde.

Doch das Ersatzrennen für den Klassiker im benachbarten Bormio hatte es in sich: Ein heikler Sprung in einer Linkskurve nach 20 Sekunden forderte die Fahrer - Manuel Osborne-Paradis (Ka) rettete sich spektakulär. Beat Feuz fiel in der zweitletzten Linkskurve aus. Zudem gestalteten sich die Sichtverhältnisse schwierig.

Sendebezug: SRF zwei, sportlive, 28.12.14, 11:20 Uhr