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1. Halbfinal in Melbourne Angeschlagener Alcaraz ringt Zverev in 5-Satz-Krimi nieder

Carlos Alcaraz hatte die Ziellinie bereits im Blick. Und so biss er auf die Zähne. Denn eines war klar: Tennis auf Grand-Slam-Niveau war für die Weltnummer 1 in dieser Phase nicht mehr möglich. Ab dem 7. Game im 3. Satz (4:3) wirkte Alcaraz plötzlich angeschlagen, später offenbarten sich Schmerzen im rechten Leistenbereich.

Spätestens ab dem 5:4 spielte der Spanier nur noch Stand-Tennis. Doch mit seiner 2:0-Satzführung im Rücken fehlte ihm nur noch 1 Game für den erstmaligen Finaleinzug an den Australian Open.

Beim anschliessenden Seitenwechsel nahm Alcaraz ein «Medical Timeout» und liess sich den Oberschenkel massieren – ganz zum Unmut von Zverev. Der Deutsche wetterte beim Offiziellen, dass die Top 2 (Alcaraz und Jannik Sinner) eine Sonderbehandlung erhalten würden. Bei Krämpfen darf man sich nicht behandeln lassen, und danach sah es aus Sicht von Zverev aus.

Alcaraz' Körper findet zurück

Alcaraz schleppte sich in der Folge irgendwie ins Tiebreak. Er spielte vermehrt Stoppbälle oder ging früh auf Winner, Sprints waren nicht mehr möglich. In der Kurzentscheidung blieb er dann relativ chancenlos (3:7).

Mit Fortdauer des Spiels begannen beim angeschlagenen 22-Jährigen wohl auch die Schmerzmittel zu wirken. Seine Bewegungsradien wurden wieder etwas grösser, obschon er weiter gehemmt auftrat. Auch Satz 4 ging ohne vorangegangenen Servicedurchbruch ins Tiebreak, wo erneut Zverev den längeren Atem behielt (7:4).

Spätestens zu Beginn des 5. Satzes war Alcaraz wieder der Alte, warf sich in die Bälle, hetzte über den Court. Ausgerechnet in diese Phase platzierte der mittlerweile stark aufspielende Zverev sein 1. Break zum 1:0. In der Folge produzierte das Duo nach über 4 Stunden Spielzeit den mit Abstand attraktivsten Satz.

Alcaraz gelang bei letzter Gelegenheit der Break-Ausgleich zum 5:5. Wenig später provozierte er mit einem überragenden Passierball den letzten Fehler von Zverev: Nach 5:27 Stunden war das 6:4, 7:6 (7:5), 6:7 (3:7), 6:7 (4:7), 7:5 und sein 1. Finaleinzug «Down under» Tatsache. Es war der längste Halbfinal der Melbourne-Geschichte.

Doppelfehler und Minibreak entscheiden

Im 1. Satz und noch putzmunter hatte Alcaraz mit seinem Aufschlag beeindruckt, 80 Prozent der 1. Services waren im Feld. Zverev offenbarte einmal mehr Schwächen auf der Vorhand-Seite – vor allem dann, wenn er agieren musste. Das entscheidende Break zum 5:4 aus Sicht von Alcaraz schenkte ihm der Deutsche mit einem Doppelfehler.

Im 2. Durchgang kam Zverev besser auf und zum 1. Servicedurchbruch. Alcaraz schaffte das Rebreak und machte wenig später die Aufholjagd vom 2:5 zum 5:5 perfekt. Im anschliessenden Tiebreak überzeugten dann die Aufschläger auf ganzer Linie. Mit dem einzigen Minibreak überhaupt machte der Spanier den Sack zum 7:5 zu.

Australian Open

SRF zwei, sportlive, 30.01.26, 04:35 Uhr ; 

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