Wenn Grössen des Tennissports wie Roger Federer, Rafael Nadal und Novak Djokovic in einer Videobotschaft zu sehen sind, ist klar: Das ist kein gewöhnlicher Anlass. In diesem Fall gratulierten Federer und Co. ihrem langjährigen Konkurrenten und Weggefährten Stan Wawrinka nach dessen letztem Auftritt bei den French Open für seine Erfolge in Paris und wünschten ihm für den Rest seiner Abschiedssaison viel Glück.
Wawrinka zeigte sich sowohl von diesem Clip als auch vom Rückblickvideo über seine märchenhafte Geschichte in Roland Garros sichtlich gerührt. 2003 hatte der mittlerweile 41-Jährige beim Juniorenturnier der French Open triumphiert – 12 Jahre später folgte der Sieg bei den Profis. Mit dem «Spiel seines Lebens» und einer nie in Vergessenheit geratenen Glückshose trug sich der Romand damals nach seinem Finalsieg gegen Novak Djokovic in die Geschichtsbücher der French Open ein.
«Es ist hart, mich von euch zu verabschieden», richtete sich Wawrinka bei seiner Abschiedsrede nach seiner Niederlage gegen Jesper de Jong (ATP 106) an das Publikum. «Wegen Turnieren wie diesen wollte ich Tennisprofi werden. Mein grosses Ziel war, eines Tages hier anzutreten.» Während seiner Rede kullerten dem Romand teilweise Tränen über die Wange.
De Jong mit witziger Anekdote
Dass Wawrinka in Paris nicht der älteste Spieler seit 1973 wurde, der ein Spiel im Hauptfeld gewinnt, dafür sorgte der aufstrebende Niederländer, der zum 3. Mal in Serie in die 2. Runde einzog. Nach dem gewonnenen Match zeigte der 25-Jährige Grösse: «Heute geht es nicht um mich», sagte er und holte sich damit ebenfalls einen Applaus ab.
De Jong liess eine witzige Anekdote folgen: «Er spielte gegen meinen Trainer, als ich noch Balljunge war. Ich will damit aber nicht sagen, dass er alt ist ...» Was Wawrinka mit der Bemerkung quittierte: «Deshalb ist eben doch der Moment, um aufzuhören.» In einem knapp dreistündigen Kampf setzte sich de Jong gegen seinen 16 Jahre älteren Widersacher durch.
Eine letzte La-Ola-Welle
«Drei Stunden voller Emotionen, drei Stunden voller Kampf – dank euch, dank der Unterstützung, die ihr mir all die Jahre gegeben habt», fasste Wawrinka sein letztes Spiel treffend zusammen. Und mit einer von ihm initiierten La-Ola-Welle durch den gesamten Court Simonne-Mathieu ging es dann in Richtung Katakomben, womit sich Wawrinka definitiv von Paris verabschiedete.