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Streaming-Tipp Was passiert mit dem Körper, wenn wir fasten?

Der Dokumentarfilm «Fasten – Das steckt hinter dem Trend» wirft einen Blick auf die Entwicklung und die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse dieser historischen Praxis.

Früher fastete der Mensch, weil das Mammut schneller war. Heute entscheiden wir uns freiwillig dafür. Fast 100 Jahre ist es her, dass Aschermittwoch und der Beginn des Ramadan zuletzt auf denselben Tag fielen. Doch was passiert aktuell im Körper all dieser Menschen, wenn sie diese uralte Praxis wieder aufnehmen?

Laut Andreas Michalsen, Professor für klinische Naturheilkunde, sei der Mensch so programmiert, dass «es uns am besten geht, wenn wir fasten, essen, fasten, essen.» Es sei das Überlebensprogramm der Evolution.

Streaming-Hinweis

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Der Dokumentarfilm «Fasten – Das steckt hinter dem Trend» ist ab jetzt und bis zum 13.05.2026 auf Play SRF verfügbar.

Was passiert beim Fasten?

Nach zwölf Stunden Nahrungsentzug passiert etwas Faszinierendes: Stress entsteht und löst mehrere Anpassungsmechanismen aus. Der erste verstärkt die Autophagie, was wörtlich übersetzt «Selbstverzehrung» bedeutet. Unsere Zellen werden zu kleinen Recycling-Champions und verwerten, was da ist.

Der Hauptbrennstoff des Körpers, die Glukose, ist nach 24 Stunden Fasten aufgebraucht. Dann greift der Körper auf die Fettreserven zurück, die wir so sorgfältig angesammelt haben. Die Leber wandelt das Fett in einen neuen Brennstoff um, sogenannte Ketone. Diese versorgen Gehirn und Muskeln mit Energie.

Ketone: Vom Bösewicht zum Superhelden

Eric Verdin, Leiter des Buck Instituts, das sich einem gesunden und langen Leben verschrieben hat, untersucht die Zusammenhänge zwischen Ernährung, Immunität und Entzündungen. In einer Versuchsreihe entdeckte er erstaunliche Eigenschaften von Ketonen – jenen Molekülen, die lange einen schlechten Ruf hatten.

Wann darf nicht gefastet werden?

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Mögliche Kontraindikationen des Fastens sind:

  • Kachexie
  • Anorexie
  • Schilddrüsenüberfunktion
  • Leber-/Niereninssuffizienz
  • Diabetes Typ 1
  • Schwangerschaft

Klassischerweise werden Ketone lediglich als Treibstoff betrachtet, welchen die Zellen beim Fasten verbrauchen. Verdins Team konnte jedoch beweisen, dass Ketone Gene aktivieren, die gegen oxidativen Stress schützen. Weniger oxidativer Stress bedeutet: Schutz vor Krankheiten und möglicherweise eine höhere Lebenserwartung.

Da war doch noch was mit den Muskeln

Ein hartnäckiger Vorwurf begleitet das Fasten: der angebliche Muskelschwund. Das widerspricht den klinischen Beobachtungen. Eine kleine Studie untersuchte mittels MRT die Körper von 32 Menschen vor und nach der Fastenzeit sowie nochmals vier Monate später.

«Wir können mit Sicherheit sagen, dass Fasten für die Muskeln unschädlich ist», sagt Studienleiterin Magalie Viallon. Die Analysen zeigen, dass sich Gehirn, Herz und Bauchraum – einschliesslich der Leber – perfekt an die Stoffwechselumstellung anpassen. Das viszerale Fett, das die Organe in der Bauchhöhle umgibt und ein wichtiger Risikofaktor für Herz-Kreislauf-Erkrankungen ist, wird reduziert. Und es bleibt auch Monate danach reduziert.

Intervallfasten: Lieber Stunden zählen, statt Kalorien

Doch wie lassen sich die Ergebnisse nach einer Fastenperiode halten? Da kommt das Intervallfasten ins Spiel. Dabei wird täglich für zwölf, 14 oder 16 Stunden auf Nahrung verzichtet.

Die Forschungen daran begannen bereits in den 90ern, aber innerhalb der letzten Jahre hat sich das Intervallfasten zum Trend entwickelt. Bei Mäusen konnte die Bildung neuer Neuronen durch das Intervallfasten nachgewiesen werden. Zudem zeigte sich: Bei gleich einseitiger Ernährung mit gleich hoher Kalorienzufuhr ging es jenen Mäusen besser, die intervallfasteten.

Stéphane wagt den Selbsttest

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Mann in Bademantel steht im Garten vor einem Gebäude.
Legende: «Fasten – Das steckt hinter dem Trend»

Stéphane ist 50 Jahre alt, IT-Berater, lebt in Frankreich und hat mit klassischen Zivilisationskrankheiten zu kämpfen: Er ist ständig gestresst, verbringt viele Stunden sitzend vor dem Computer und gönnt sich gerne ein deftiges Essen und dazu ein Glas Wein – was sich wiederum in seinem Gewicht niederschlägt. Doch Stéphane will etwas ändern. Gesünder soll er werden, fitter, ausgeglichener. Er macht eine Fastenkur im deutschen Überlingen. In einer spezialisierten Klinik ernährt sich Stéphane zwei Wochen lang unter ärztlicher Überwachung nur von Wasser und Gemüsebrühe. Die Ergebnisse am Ende des Dokumentarfilms sind erstaunlich: Stephanes Fettleber hat sich zurückgebildet, sein Blutzucker liegt wieder im Normbereich und sein Taillenumfang hat sich um 8 cm reduziert.

SRF 1, 12.02.2026, 20:10 Uhr. ; 

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