In den Pyrenäen haben Forschende erstmals eine prähistorische besiedelte Höhle auf über 2000 Meter Höhe entdeckt. Die Höhle im Freser-Tal war zwar kein ständiger Wohnsitz. Doch suchten die Menschen sie damals im Rahmen gut ausgestatteter Expeditionen immer wieder auf.
Dies widerlegt die bisherige Annahme, prähistorische Menschen hätten sich – wie vor 5300 Jahren wohl Ötzi in den Alpen – eher kurzzeitig oder unfreiwillig im Hochgebirge aufgehalten.
Die kürzlich entdeckte Höhle war voller Feuerstellen aus der Zeit vor 3000 bis 5500 Jahren. Darin lagen grüne Mineralstücke, die Teil eines grossen Bergbaulagers sein könnten, wo einst Malachit verarbeitet wurde. Aus Malachit lässt sich Kupfer gewinnen, wenn man es zerkleinert und verbrennt – wie am Fundort offensichtlich geschehen.
In der Höhle fanden sich zudem auch ein Milchzahn und Fingerknochen eines etwa 11-jährigen Kindes – vielleicht ein Hinweis auf Bestattungen tiefer in der Höhle. Ob dem so ist und ob die grünen Minerale mit letzter Gewissheit Malachit sind, wird weiter erforscht.