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Frühe Alzheimer-Diagnose
Aus Puls vom 21.09.2015.
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Alzheimer – Sich den Tatsachen stellen

Alzheimer ist heute die häufigste Form von Demenz. Die Krankheit ist nicht heilbar, aber in der Anfangsphase zumindest hinauszuzögern. Das bedingt, dass man sich möglichst früh einer Diagnose stellt.

Marie-Hélène I. S. aus Sierre war eine erfolgreiche Berufsfrau. Angesehene Juristin im Bundesamt für Justiz, dann Übersetzerin komplexer rechtlicher Texte. Bis das Übersetzen nicht mehr ging. «Ich hatte wie Nebel im Hirn, fand die Worte nicht mehr», erinnert sie sich. Alarmiert waren sie und ihr Mann aber erst, als Signale von aussen kamen, Texte zurückgewiesen wurden.

Sie stellten sich sofort den Tatsachen: Es war Alzheimer. «Ich weiss aus meiner Selbsthilfe-Gruppe, dass viele Betroffene aus Angst heraus eine zügige Abklärung vermeiden», sagt Ehemann Jürg S. «Das verhindert, dass möglichst rasch gegen die Krankheit angekämpft wird, solange noch Zeit ist.»

50 Prozent ohne Alzheimer-Diagnose

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Radio SRF1, 21.9.2015: Alzheimer-Schnelltest
04:52 min
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Eine amerikanische Untersuchung hat gezeigt, dass etwa die Hälfte der Demenz-Patienten ohne Diagnose lebt. Sei es, weil die Hausärzte aus falsch verstandenem Mitgefühl die Betroffenen verschonen, sei es, weil komplizierte Abklärungen gescheut werden.

«Dabei wäre eine frühe und vor allem auch präzise Diagnose wichtig», sagt Andreas Monsch, Leiter der Memory Clinic des Felix Platter-Spitals in Basel. «Manchmal ist die Ursache, die hinter einer Hirnleistungsstörung steckt, auch heilbar, etwa Schlafapnoe, Depression oder eine Stoffwechselkrankheit.»

Symptombekämpfung kann Jahre bringen

Weil die Ursachen von Alzheimer noch nicht vollständig bekannt sind, können heute nur die Symptome bekämpft werden. «Mit einer frühzeitigen Diagnose und einer medikamentösen und nicht-medikamentösen Behandlung kann bei etwa 80 Prozent der Patienten die Krankheit um ein bis zwei Jahre hinausgezögert werden. Die ganze Krankheit dauert etwa zehn Jahre», weiss Neuropsychologe Andreas Monsch.

Marie-Hélène I.S. versucht, die Umgebung für die betroffenen Nervenzellen im Hirn zu optimieren – mit viel Bewegung, gesunder Ernährung und Zusatzstoffen wie Kokosöl, Galaktose-Pulver und Heidelbeersaft. Sie hat vor dreieinhalb Jahren die Diagnose erhalten und führt noch ein gutes Leben.

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Ein Kampf gegen das Vergessen
Aus 10 vor 10 vom 21.09.2015.
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1 Kommentar

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  • Kommentar von heni seemann , berg
    eine eindrückliche reportage... "das wird ich nicht erlebe... " auf die letzte frage... wäre es noch möglich so eine entscheidung selbst zu treffen....?