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Bluthochdruck noch intensiver behandeln?
Aus Puls vom 23.11.2015.
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Blutdruck – Tiefer wäre besser, ist aber schwierig

Eine neue Studie empfiehlt wieder eine strengere Kontrolle des Blutdrucks. Ein oberer Blutdruck von 120 mmHg senke das Sterberisiko deutlich im Gegensatz zum heute angestrebten Wert von 140 mmHg. Doch wie realistisch ist die Umsetzung dieser Erkenntnisse in Alltag?

Herzinfarkt, Hirnschlag, Nierenerkrankungen oder Gefässverschlüsse: Für all diese und viele andere gefährliche Krankheiten gibt es einen erwiesenen Zusammenhang zu unkontrollierten Blutdruckwerten. Wenig erstaunlich also, dass Bluthochdruck, auch arterielle Hypertonie genannt, Gegenstand unzähliger Forschungsprojekte ist.

Vor kurzem ist im New England Journal of Medicine eine grosse amerikanische Studie erschienen, die weltweit für Aufmerksamkeit gesorgt hat und möglichweise zu einem Paradigmawechsel in der Behandlung von arterieller Hypertonie führen wird.

Deutlich weniger Todesfälle

Die Resultate der sogenannten SPRINT-Studie zeigen, dass eine strengere Blutdruckkontrolle mit einem angestrebten oberen Blutdruck von 120 mmHg die Sterblichkeit um rund einen Viertel reduziert im Gegensatz zu einer moderaten Kontrolle des Blutdrucks von 140 mmHg.

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Die Ergebnisse der Untersuchung waren so beeindruckend, dass die Studie frühzeitig abgebrochen wurde – zu eindeutig waren die Vorteile der strengeren Hypertonie-Kontrolle schon nach der Hälfte der Studienzeit.

Die neuen Empfehlungen für die Hypertonie-Behandlung im Alltag umzusetzen, stellt jedoch eine grosse Herausforderung an die Grundversorgung dar. Bereits mit den heute angestrebten Werten stossen viele Patienten an ihre Grenzen. Sowohl die konsequente tägliche Einnahme der Medikamente als auch die Nebenwirkungen der Therapie sind beträchtliche Stolpersteine auf dem Weg zu einem gesunden Blutdruck. Zudem unterschätzen bis heute viele Patienten die Gefahr von Hypertonie – vor allem, weil auch hohe Blutdruckwerte zunächst ohne körperliche Beschwerden einhergehen.

Blutdrucksenkung braucht Geduld

Stefano Rimoldi, Leiter der Abteilung Hypertonie am Inselspital Bern, sagt, dass man für eine erfolgreiche Hypertonie-Therapie nichts überstürzt darf. «Man kann den Blutdruck nicht innerhalb von zwei Wochen auf 120 mmHg senken, weil die Patienten sonst zu viele Nebenwirkungen haben und die Medikamente absetzen. Schritt für Schritt muss man sich an den neuen Zielwert herantasten.»

Er glaubt aber, dass die neue Studie auch in der Schweiz Auswirkungen auf die zukünftige Behandlung von arterieller Hypertonie haben wird. «Die Todesfälle, welche durch eine strengere Blutdruckkontrolle verhindert werden können, sind zahlreich.»

Die neuen Erkenntnisse sind aber nicht auf alle Blutdruckpatienten anwendbar. «Ich schätze, dass rund jeder Fünfte oder Sechste meiner Hypertonie-Patienten für eine solche strengere Blutdrucksenkung infrage kommt», sagt Hausarzt Christoph Trachsel. Ob auch andere Patientengruppen von einer intensivierten Blutdrucktherapie profitieren können, müssen erst weitere Studien zeigen.

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17 Kommentare

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  • Kommentar von Nicolas Dudle , Küssnacht
    Ketzerische Frage: Weshalb streben wir gleichzeitig längeres Leben an und beklagen uns über die Gesundheitskosten? Das soziale und biologische Programm des Menschen ist mit Alter 50 abgelaufen. Denken wir ein paar Generationen zurück, dann sehen wir, dass danach der Tod auf der Türschwelle stand. Wenn heute mehrfach hilfreiche Anstrengungen unternommen werden sollten, dann müssten sich diese auf die Lebensqualität und nicht auf die -dauer beziehen. Dafür spielt die Hypertonie keine Rolle.
  • Kommentar von Hannes Pfyffer , Winterthur
    Ich nehem seit gut 10 Jahren Atedurex Mite um meinen Bluttruck zu senken. Nebenwirkungen kenne ich keine und der Bluttruck liegt auch um die 120. Der Preis von 28 Franken für 100 Tableten finde ich nicht überhöt.Viele Aertzte kennen leider diese Medikament nicht oder Sie vedienen zu wenig daran.
  • Kommentar von Johnny Maroni , Oberburg
    Wie wärs mit bewusst essen und viel bewegen anstelle haufenweise Medis schlucken?