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Steigende Fallzahlen – was das für uns bedeutet
Aus Tagesschau vom 28.06.2022.
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Coronavirus in der Schweiz Corona: Kommt jetzt die grosse Sommerwelle?

Rund eine Million Menschen in der Schweiz werden sich in den nächsten Wochen mit Covid-19 infizieren, so Tanja Stadler, Biostatistikerin an er ETH Zürich. Was kommt auf uns zu?

Wie ist die aktuelle Lage? 33'108 neue Infektionen mit Sars-CoV-2 wurden seit vergangener Woche gemeldet. Der 7-Tage-Schnitt liegt bei 4496 und ist im Vergleich zur Vorwoche um 34 Prozent gestiegen. 848 Personen werden aktuell wegen einer Covid-19-Infektion im Spital behandelt, das sind 42 Prozent mehr als in der Vorwoche. Auf den Intensivstationen werden derzeit 48 Covid-19-Patienten behandelt, das sind 60 Prozent mehr. 14 Menschen sind gestorben.

Tanja Stadler schätzt die Dunkelziffer sehr hoch ein – vermutlich sind es fünfmal mehr Infektionen als offiziell gemeldet. Laut BAG gibt es bisher keinen Hinweis, dass die neuen Varianten schwerere Krankheitsverläufe verursachen als die bisherigen Omikron-Untervarianten.

Corona-Zahlen zur Schweiz

Sind wir in der nächsten grossen Welle? SRF-Wissenschaftsredaktorin Katrin Zöfel rechnet damit, dass die Zahlen weiter steigen werden und verweist auf Portugal, das uns einige Wochen voraus sei: «Auch dort dominiert die gleiche Variante BA.5 und dort geht die Welle jetzt nach mehreren Wochen mit sehr hohen Fallzahlen zurück.» Das heisse: «Wir können auch für die Schweiz davon ausgehen, dass wir jetzt einige Wochen mit sehr hohen Fallzahlen und einem hohen Infektionsrisiko vor uns haben.»

Ist jetzt der zweite Booster nötig? Eine weitere Auffrischimpfung wird vom Bundesamt für Gesundheit (BAG) derzeit nicht empfohlen, ausser für Menschen mit stark geschwächtem Immunsystem. Für die Normalbevölkerung reicht laut BAG der Schutz durch eine Grundimmunisierung und einen Booster.

Wir können davon ausgehen, dass wir einige Wochen mit sehr hohen Fallzahlen und einem hohen Infektionsrisiko vor uns haben.
Autor: Katrin Zöfel SRF-Wissenschaftsredaktorin

In einigen Kantonen kann man jedoch bereits einen zweiten Booster erhalten, der jedoch selbst bezahlt werden muss – beispielsweise um ein ablaufendes Covid-Zertifikat zu erneuern. Die Kosten belaufen sich auf rund 60 Franken. Die ersten beiden Impfungen sowie die erste Auffrischimpfung bleiben weiterhin kostenlos. Der Bund rechnet damit, dass ein auf die Omikron-Varianten angepasster Impfstoff im Herbst 2022 verfügbar sein wird.

Welche Konsequenzen gibt es jetzt schon? Einzelne Spitäler haben bereits reagiert und bei der Maskenpflicht die Schraube wieder angezogen. Die Schweizer Ärztevereinigung FMH rät Patienten und Personal, in Arztpraxen wieder Maske zu tragen. Und auch Senesuisse, der Verband unabhängiger Alters- und Pflegezentren, wird noch diese Woche seinen Mitgliedern das Tragen einer Maske empfehlen.

SRF 1, Tagesschau, 28.06.2022, 19:30 Uhr;

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91 Kommentare

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  • Kommentar von SRF News (SRF)
    Liebe Community, wir schliessen die Kommentarspalte an dieser Stelle und bedanken uns für die spannenden Inputs. Liebe Grüsse, SRF News
  • Kommentar von Thomas Spielmann  (spielmann-psy)
    Es offenbart sich hier deutlich, wie sich die Schweiz einmal mehr in zwei Lager teilt: die einen fürchten einschränkende Massnahmen, Verlust wirtschaftlicher Existenz. Die andern fürchten um das eigene Leben und das von Eltern, Freunden, Kindern.
    1. Antwort von Leni Liza  (leniliza)
      Eine sehr tiefgründige Analyse, Herr Spielmann...

      Ich bin froh, muss ich die Welt nicht durch Ihre Augen sehen.
      Gibt es doch außerhalb unserer primitiven Schubladen so viel schönes (im Menschen) zu sehen :)..!
    2. Antwort von Bernhard Haeuser  (Bernie H)
      Man kann dies auch anders sehen, die einen wollen selber bestimmen, die anderen brauchen jemanden der für sie bestimmt.
  • Kommentar von Thomas Schneebeli  (Thomas Schneebeli)
    Ich bin geimpft, aber über Booster lasse ich mit mir einige Jahren nicht diskutieren.
    Warum?
    Die meisten Doppelgeimpften, die ich kenne, hatten danach eine Infektion.
    Ich kenne ebenfalls Geboosterte, die bereits 2 mal Infektionen danach hatten.
    Und ja, ich kenne viele der 30% Nichtgeimpften, die weder infiziert, noch krank waren.
    Vorsicht ja, aber Zwang und Nötigung, nein.
    Impfung ist freiwillig, ebenfalls Maskentragen ist freiwillig.
    Fallzahlen-Hysterie, nein, danke.
    1. Antwort von Daniela Langenauer  (Daniela L.)
      Es spricht doch niemand von Zwang.
      Und ja, wegen Omikron lasse ich mich auch nicht nocheinmal boostern. Aber bei Menschen deren Imunsystem nicht mehr so gut arbeitet ist eben die Sache anders. Va. wenn sie vor 8 Monaten den 1. Booster hatten, denn bei ihnen sinken die Antikörper nach 4 Monaten weit ab.
      Wer bisher ungeimpft nicht mit Corona erkrankte, hat wahrscheinlich mit Omikron-BA5 weniger gute Chancen, die Chäferli noch einmal zu vermeiden.
    2. Antwort von Thomas Rüegger  (Thomas Rüegger)
      @Langenauer
      Von Zwang spricht momentan tatsächlich niemand. Schauen wir mal, was im Herbst passiert.
      Wovon allerdings in diesem Forum gesprochen wird:
      - Noch immer nichts gelernt?
      - Impfquote tiefer als in Portugal
      Solche mehr oder weniger direkten Anschuldigungen oder Vorwürfe sind kontraproduktiv.
    3. Antwort von Daniela Langenauer  (Daniela L.)
      Herr Schneebeli: Es sind Tatsachen und wenn mit Portugal verglichen wird, sollte man alle Zahlen vergleichen.

      Ich war vor Impfung entsetzt, jetzt fasziniert davon, wie Menschen noch immer nicht gelernt haben, was ein expon. Wachstum bei Corona heisst und wie dann wenige Wochen später sich viele die Augen reiben.
      Auch wie einfache Massnahmen wie Maskenpflicht im ÖV jedesmal viel zu spät kommen, weil niemand den Schwarzpeter will. Alle paar Monate das gleiche Prozedere ?
    4. Antwort von Monika Mitulla  (momi)
      Ja, ich teile die Meinung mit Ihnen, Thomas Rüegger. Das nennt man "Konditionierung" und man schafft es ganz einfach zur Wiederholungen - wenn nötig mehrmals täglich. Aber was schreibe ich - wir alle haben ja erlebt, wie das funktioniert.
    5. Antwort von Georg Fischer  (SGF)
      @Ruegger/Momi: Der Hinweis die Welle in Portugal sei am sinken und dabei alleine auf die vorhandene Herdenimmunität verweist so ist das natürlich nur die halbe Wahrheit.Es gibt weitere Gründe und das ist nun mal die höhere Impfquote verglichen mit der Schweiz(analog Spanien),aber und vor allem auch das freiwillige Tragen von Masken in Innenräumen,in Taxis,durch das Personal in Restaurants, in der ÖV Pflicht. In diesem Forum werden einige hysterisch wenn sie nur schon das Wort Maske hören.
    6. Antwort von Thomas Rüegger  (Thomas Rüegger)
      @Fischer
      Ich habe nicht gesagt, die Herdenimmunität sei der einzige Grund für das Sinken der Zahlen in Portugal. Es dürfte inzwischen allen klar sein, dass es immer ein Mix aus vielen Massnahmen ist, der eine Wirkung zeigt.
      Mein Punkt: Trotz - anscheinend - 20% mehr Impfungen gab es in Portugal eine neue Welle. Das zeigt, dass die Impfung gegen Omikron (und neue Untervarianten) zwar nicht nutzlos ist, aber sehr viel weniger hilft als noch zu Beginn der Pandemie.